Journalist gegen ACTA

Wie ich ungewollt eine politische Aussage bei Facebook gemacht habe.

Ich bin kein unpolitischer Mensch, aber als Journalist halte ich mich mit politischen Aussagen in der Öffentlichkeit zurück. Ich bin aus gutem Grund in keiner Partei und habe auch noch nicht verstanden, wie man das als Journalist sein kann. Ich möchte meine Glaubwürdigkeit als unabhängig berichtender Journalist nicht aufs Spiel setzen, gleichwohl muss jedem klar sein, dass auch ein Journalist (mindestens) eine Meinung hat.

Am Wochenende habe ich unabsichtlich eine Meinung zu ACTA geäußert. Seit einiger Zeit ist es bei Facebook so, dass Freunde einen zu Gruppen hinzufügen können, ohne dass man das bestätigen muss. So landete ich in der öffentlichen Gruppe „Journalisten gegen ACTA“. Ich weiß nicht, ob das eine der Gruppen ist, in denen man nur Mitglied ist, um ein Statement zu machen (dafür wäre eigentlich eine Facebook-Seite geeigneter), oder ob dort tatsächlich diskutiert oder Protest organisiert werden soll. Jedenfalls hat mir die überraschende Mitgliedschaft, die mir ein Freund verpasst hat, abverlangt, dass ich mich irgendwie zu dieser Gruppe verhalten muss.

Ich habe mich dafür entschieden, in der Gruppe zu bleiben. Ich kann gegen ACTA sein und trotzdem ausgewogen über ACTA berichten. Denn wenn ich über ACTA berichte, bin ich Journalist. Wenn ich ACTA kritisiere, bin ich Urheber. Diesen inneren Konflikt muss ich aushalten, so wie die ARD es aushalten muss, für ACTA zu sein und gleichzeitig ACTA-kritische Kommentare ("mittelalterlich anmutende Gesetzeskeule") zu senden. Daher sollte die ARD es auch aushalten, einen ACTA-kritischen Urheber weiterhin mit ausgewogener Berichterstattung zu beauftragen. Denn wenn ich die Haltung der ARD und des ZDF zu ACTA kritisiere, dann bin ich als deren Mitarbeiter ein von diesen Sendern einigermaßen abhängiger Urheber. Ich hoffe also, dass Hörer, Redakteure und Chefs unterscheiden können zwischen mir als Journalist, Urheber und Mitarbeiter.

Radio

Der beste Mix

iTunes Radio: Musik mit Preisschild statt Seele.

Während ich dies schreibe, höre ich Radio. Es ist neu, es ist digital, es kommt aus dem Internet. Eines der größten Unternehmen, bekannt für Innovationen, hat es heute gestartet. Es ist das langweiligste Radio der Welt. Denn etwas fehlt.

18. September 2013
Prism

Überwachung führt zu Misstrauen und betrifft jeden

Seit Prism und Tempora müssen wir davon ausgehen, dass alle digitale Kommunikation irgendwie verarbeitet wird. Das wird unsere Gesellschaft verändern und jeden betreffen. Dabei liegen die Gefahren eigentlich gar nicht im Terrorismus.

19. Juli 2013
Gated Communities

Neuland in New York

Neuland, Überwachung und Ground Zero - was die Bewohner von Lower Manhattan mit Netzaktivisten gemeinsam haben.

21. Juni 2013
Überwachung

Warum PRISM mich überrascht

Was ist es, wenn man behauptet, PRISM könne einen nicht überraschen? Abgeklärtheit? Pessimismus? Rechthaberei?

12. Juni 2013
Medizintechnik

“Komm, Papa, wir tanzen.”

Seit einem Unfall vor 19 Jahren ist Nicole Holland auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie ist teilquerschnittgelähmt und konnte ihre Beine bisher praktisch nicht nutzen. Sie nimmt am Universitätsklinikum Bochum, das den schönen Namen Bergmannsheil trägt, an einer Studie teil, in der untersucht wird, ob Gehroboter helfen können, die Beinfunktion von Teilquerschnittgelähmten wieder zu aktivieren.

31. März 2013
Technik in Kategorien

Was ist Technik?

Beschreibt man den Begriff "Technik" in neun Kategorien, ergeben sich interessante Zusammenhänge. Technik mal generell erklärt.

27. Juli 2012