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<title>Das Viermann-Blog</title>
<link>http://viermann.info/</link>
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<language>de</language>
<pubDate>20-February-2012 15:21:09</pubDate>

<item>

	<title><![CDATA[Journalist gegen ACTA]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/journalist-gegen-acta</link>
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	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Wie ich ungewollt eine politische Aussage bei Facebook gemacht habe.</p>

<p>
	Ich bin kein unpolitischer Mensch, aber als Journalist halte ich mich mit politischen Aussagen in der &Ouml;ffentlichkeit zur&uuml;ck. Ich bin aus gutem Grund in keiner Partei und habe auch noch nicht verstanden, wie man das als Journalist sein kann. Ich m&ouml;chte meine Glaubw&uuml;rdigkeit als unabh&auml;ngig berichtender Journalist nicht aufs Spiel setzen, gleichwohl muss jedem klar sein, dass auch ein Journalist (mindestens) eine Meinung hat.</p>
<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/journalistengegenACTA_320_83_s_c1.png" width="320" height="83" alt="" />
	</p>
<p>
	Am Wochenende habe ich unabsichtlich eine Meinung zu ACTA ge&auml;u&szlig;ert. Seit einiger Zeit ist es bei Facebook so, dass Freunde einen zu Gruppen hinzuf&uuml;gen k&ouml;nnen, ohne dass man das best&auml;tigen muss. So landete ich in der &ouml;ffentlichen <a href="https://www.facebook.com/groups/360201097331640/">Gruppe &bdquo;Journalisten gegen ACTA&ldquo;</a>. Ich wei&szlig; nicht, ob das eine der Gruppen ist, in denen man nur Mitglied ist, um ein Statement zu machen (daf&uuml;r w&auml;re eigentlich eine Facebook-Seite geeigneter), oder ob dort tats&auml;chlich diskutiert oder Protest organisiert werden soll. Jedenfalls hat mir die &uuml;berraschende Mitgliedschaft, die mir ein Freund verpasst hat, abverlangt, dass ich mich irgendwie zu dieser Gruppe verhalten muss.</p>
<p>
	Ich habe mich daf&uuml;r entschieden, in der Gruppe zu bleiben. Ich kann gegen ACTA sein und trotzdem ausgewogen &uuml;ber ACTA berichten. Denn wenn ich &uuml;ber ACTA berichte, bin ich Journalist. Wenn ich ACTA kritisiere, bin ich <a href="http://www.denkding.de/2012/02/liebe-deutsche-content-allianz/">Urheber</a>. Diesen inneren Konflikt muss ich aushalten, so wie die ARD es aushalten muss, <a href="http://www.presseportal.de/pm/6895/2200327/acta-abkommen-deutsche-content-allianz-fordert-bundesregierung-zur-konsistenten-positionierung-zum/gn">f&uuml;r ACTA</a> zu sein und gleichzeitig <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1681211/">ACTA-kritische Kommentare</a> ("mittelalterlich anmutende Gesetzeskeule") zu senden. Daher sollte die ARD es auch aushalten, einen ACTA-kritischen Urheber weiterhin mit ausgewogener Berichterstattung zu beauftragen. Denn wenn ich die Haltung der ARD und des ZDF zu ACTA kritisiere, dann bin ich als deren Mitarbeiter ein von diesen Sendern einigerma&szlig;en abh&auml;ngiger Urheber. Ich hoffe also, dass H&ouml;rer, Redakteure und Chefs unterscheiden k&ouml;nnen zwischen mir als Journalist, Urheber und Mitarbeiter.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>20-February-2012 15:21:09</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Die Menschheit befindet sich im kritischsten Entwicklungsgrad einer Zivilisation]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/die-menschheit-befindet-sich-im-kritischsten-entwicklungsgrad-einer-zivilis</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/die-menschheit-befindet-sich-im-kritischsten-entwicklungsgrad-einer-zivilis</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Die Menschheit muss den &Uuml;bergang zu einer globalisierten, toleranten, pluralistischen Welt schaffen, in denen die komplette Energiemenge der Erde genutzt werden kann. Sie w&auml;re dann eine Typ-1-Zivilisation. Der Weg dorthin ist schwer.</p>

<p>
	Gibt es au&szlig;er auf der Erde irgendwo da drau&szlig;en im Universum Leben? Bisher haben wir, die Menschen, keines gefunden. Und bisher wurden wir auch von niemanden gefunden. Und falls doch, haben wir das nicht mitbekommen.</p>
<p>
	Dass es kein Leben au&szlig;er den Menschen gibt, ist sehr sehr unwahrscheinlich. Daf&uuml;r braucht man nur diese eine Zahl: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stern#R.C3.A4umliche_Verteilung_und_Dynamik_der_Sterne">Alleine im sichtbaren Universum gibt es sch&auml;tzungsweise 70 Trilliarden Sterne.</a> Und noch mehr Planeten. Da wird sich ja wohl einer finden, auf dem Leben entstanden ist. Die physikalischen Grundlagen sind jedenfalls im gesamten Universum dieselben, da sind sich die Wissenschaftler sicher. Es gibt &uuml;berall Atome, &uuml;berall die Massenanziehung, Elektromagnetismus und die Gesetze der Quantenphysik - also auch das Potential, dass so etwas wie Lebewesen entstehen kann. Vielleicht ja sogar irgendwelche Lebewesen, die mit Intelligenz, Seele, Kultur ausgestattet sind, oder wie man auch immer den Unterschied zwischen Tier und Mensch bezeichnen will.</p>
<p>
	Warum aber haben wir keine konkreten Hinweise auf au&szlig;erirdisches Leben? Es k&ouml;nnte einfach an der Entfernung liegen, die zwischen uns und dem Planeten liegt, auf dem die Au&szlig;erirdischen leben. Vielleicht gibt es aber noch einen anderen Grund, einen, &uuml;ber den es sich nachzudenken lohnt, einen, der auch uns Menschen betrifft: Vielleicht hat es andere Zivilisationen ja schon gegeben - und nochmal vielleicht haben sie es einfach nicht zum Zivilisationstyp 1 geschafft. Vielleicht sind sie am Zivilisationsentwicklungsgrad 0,7-0,9 gescheitert. Das ist einer der kritischsten Entwicklungsgrade, den eine Zivilisation erreichen kann. Und, Achtung: Genau an diesem Punkt befindet sich die Menschheit auf der Erde im Moment.</p>
<p>
	Diese Aussage stammt nicht von mir, sondern von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michio_Kaku">Michio Kaku</a>, einem US-amerikanischen Professor f&uuml;r theoretische Physik. Ich kannte ihn nicht, bevor ich <a href="http://bigthink.com/ideas/26650">dieses Video</a> von ihm gefunden habe, das mich veranlasst hat, diesen Blog-Eintrag zu schreiben. Eine schnelle Recherche brachte mich zu <a href="http://bigthink.com/users/michiokaku">weiteren Videos</a>, in denen er etwas sagt - ich war und bin begeistert. Selten habe ich einen Wissenschaftler so interessant, eloquent und verst&auml;ndlich reden h&ouml;ren, wie Michio Kaku.</p>
<p>
	Ein Bekannter von mir, der sich gut auskennt im Bereich der Astronomie, sagte mir, Michio Kaku sei "ein guter popularisierender Autor, als Forscher aber nicht sehr herausragend".* Das ist an dieser Stelle aber nicht weiter schlimm, denn was Kaku sagt, h&auml;tte auch ein anderer sagen k&ouml;nnen. Nun hat Kaku es gesagt, also wird er hier als Urheber der folgenden Gedanken genannt.</p>
<p>
	<a href="http://bigthink.com/ideas/26650">Laut Kaku befindet sich die Menschheit gerade im &Uuml;bergang von Zivilisationstyp 0 auf Zivilisationstyp 1</a>. Diese Typen hat nicht er aufgestellt, sondern der russische Astronom Nikolai Kardaschow. Nach ihm benannt ist die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kardaschow-Skala">Kardaschow-Skala</a>, die die Entwicklungsstufe extraterrestrischer Zivilisationen nach deren Energievebrauch einordnet:</p>
<ul>
	<li>
		Typ 1: Die Zivilisation ist in der Lage, die komplette auf dem eigenen Planten verf&uuml;gbare Energie zu nutzen.</li>
	<li>
		Typ 2: Die Zivilisation ist in der Lage, die komplette Energie des Zentralsterns zu nutzen.</li>
	<li>
		Typ 3: Die Zivilisation ist in der Lage, die komplette Energie der Galaxie zu nutzen.</li>
</ul>
<p>
	Wie <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:KScale.svg&amp;filetimestamp=20080820001605">hier in einem Karadschow-Diagramm</a> zu sehen, befindet sich die Menschheit gerade bei Entwicklungsgrad 0,72. Im Jahr 1900 lagen wir noch bei etwa 0,58.</p>
<p>
	Welche Aussage aber hat dieser Entwicklungsgrad? Wie viel Energie eine Zivilisation nutzt bzw. nutzen kann, ist doch eigentlich egal. Nach Aussage von Michio Kaku nicht. Kaku sagt:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>If you are a 0.7 civilization, that means you are about 100 years from attaining Type 1 status. This means we can see evidence of this everywhere we go. The internet is the beginning of a Type 1 telephone system. We&rsquo;re privileged to be alive to witness the beginning of a telephone system of the next hundred years.</em></p>
	<p>
		<em>The European Union is the beginning of a Type 1 economy. (...) English will probably be the planetary language, you can go anywhere on the planet Earth and the educated already speak English. (...) We&rsquo;re seeing the beginning of a planetary culture. Everywhere you go you see rock n&rsquo; roll, you see Gucci bags, you see high fashion. (...) You see the beginning of planetary sports, the Olympics, soccer games.</em></p>
</blockquote>
<p>
	Wenn ich Kaku richtig verstehe, zeichnet sich eine Typ-1-Zivilisation also nicht nur dadurch aus, dass sie sich die komplette verf&uuml;gbare Energie des eigenen Planeten zunutze macht (und nebenbei auch alle m&ouml;glichen Naturereignisse wie Vulkanausbr&uuml;che und Erdbeben kontrollieren kann). Sie zeichnet sich durch eine generelle Globalisierung aus (die Erde ist, so Kaku, "planetary" geworden). Das Internet (das Telefonsystem einer Typ-1-Zivilisation), eine Weltsprache, eine Weltkultur, eine Weltwirtschaft, weltweite sportliche Wettbewerbe - das alles sind Anzeichen daf&uuml;r, dass unsere Typ-0-Zivilisation auf dem Weg zur Typ-1-Zivilisation ist.</p>
<p>
	Aber (Kaku):</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>Now this doesn&rsquo;t mean that the transition to Type 1 is going to be easy because there are forces that are opposed to this transition to a planetary civilization. Look at nuclear proliferation. (...) Not only that, but terrorism is fundamentally based on living in a society opposed to Type 1. A Type 1 civilization is scientific, it is pluralistic, it is multi-cultural, it is tolerant because it is global. However, terrorists do not want to live in that society. They would rather live in the year 1000 AD rather than in the next century.</em></p>
</blockquote>
<p>
	Scientific, pluralistic, multi-cultural, tolerant, global - das w&auml;ren Eigenschaften einer Typ-1-Zivilisation, die ich mir f&uuml;r unsere Welt w&uuml;nschen w&uuml;rde. Vielleicht schaffen wir es ja.</p>
<p>
	Und wenn nicht?</p>
<p>
	Dann, das sind die Gedanken, die Kaku in einem <a href="http://wimp.com/mankindsociety/">anderen Video zum selben Thema</a> (so &auml;hnlich zumindest) ge&auml;u&szlig;ert hat, dann werden irgendwann Vertreter einer au&szlig;erirdischen Zivilisation, die sich mittlerweile in Typ 2 oder 3 befinden, die Erde besuchen und eine zerst&ouml;rte Atmosph&auml;re, zerbombte Landschaften und verseuchte Meere vorfinden. Und sie werden sagen: "Schau her, die haben den &Uuml;bergang zu Typ 1 nicht geschafft."</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	*Update: Mein Bekannter schrieb mir eben, dass er damit nicht sagen will, dass er Kaku f&uuml;r einen schlechten Wissenschaftler h&auml;lt.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>02-February-2012 18:13:05</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Grandioser Technikjournalismus aus den 30er-Jahren]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/grandioser-technikjournalismus-aus-den-30er-jahren</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/grandioser-technikjournalismus-aus-den-30er-jahren</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Ein Youtube-Video, das die Funktionsweise eines Differentialgetriebes erkl&auml;rt, ist &uuml;ber zwei Millionen mal angeschaut worden. Kein Wunder. Es ist ein Paradebeispiel f&uuml;r: Technik einfach erkl&auml;rt.</p>

<p>
	Schwer zu glauben, dass sich so viele Menschen f&uuml;r die Funktionsweise eines Differentialgetriebes interessieren. Aber dass das Erkl&auml;rvideo "How Differential Gear works" &uuml;ber zwei Millionen Mal angeschaut wurde, liegt wohl weniger an der Thematik als vier mehr daran, dass das Video so gut gemacht ist. Und das in einer Zeit, in der der Begriff "Infotainment" wahrscheinlich noch nicht erfunden war.</p>
<p>
	Die Einf&uuml;hrung ist meines Erachtens etwas lang geraten - man kann bei <a href="http://youtu.be/K4JhruinbWc?t=2m30s">Minute 2:30</a> einsteigen, ohne etwas zu verpassen. Dann aber wird es gro&szlig;artig. Die weitere Lobesyhymne &uuml;berlasse ich einem Youtube-Nutzer, der den Kommentar mit den meisten Likes geschrieben hat:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>"Absolutely brilliant! This is called explaining, as opposed to dumping a ton of facts on the learner&#39;s mind. Notice how the narrator speaks slowly and&#65279; pauses just long enough for information to sink in, before moving on to the next concept. Notice also how the narration accompanies the visual aid, so they work in concert. Most educators today fail to explain because they assume that you already know what they know. This should be a course for educators!!!"</em></p>
</blockquote>
<p>
	Der Youtube-Kommentar hat schon einige Punkte erw&auml;hnt, die ein Erkl&auml;rvideo zu einem guten Erkl&auml;rvideo machen: Der Erz&auml;hler spricht langsam, macht Pausen, sodass der Zuschauer die Information verarbeiten kann. Auch nimmt der Sprecher immer Bezug zu dem, was gerade im Bild zu sehen ist.</p>
<p>
	Das Wichtigste aber: Es folgt ein Schritt nach dem anderen. Man h&auml;tte auch ein fertiges Differentialgetriebe zeigen und anhand von allerlei Pfeilen und Bewegungsanimationen die Funktionsweise erkl&auml;ren k&ouml;nnen. Das aber h&auml;tte den Zuschauer nicht dort abgeholt, wo er ist: Bei Wissen Null.</p>
<p>
	Zwischen Minute 3:45 und 6:00 geht es sehr langsam, es folgt ein kleiner Informationsschritt nach dem anderen - das ganze so abstrakt, dass klar wird, welche Kr&auml;fte hier wie wirken. Das Grundprinzip des Differentialgetriebes ist gut erkl&auml;rt worden. Dass damit aber noch nicht Schluss ist, sondern die Schritte in die praktitsche Umsetzung ebenfalls einzeln und langsam erkl&auml;rt werden, ist ein lobenswerter Bonus.</p>
<p>
	Das Video zeigt, wie man es richtig machen kann und nicht machen sollte: Zu schnell zum Ziel kommen. Geht der Zuschauer/-h&ouml;rer/Leser in einer Informationskette einmal verloren, ist alles verloren.</p>
<p>
	Und das beste: Das Video ist an keiner Stelle albern oder &uuml;berladen. Es beschr&auml;nkt sich auf das Wesentliche.</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/K4JhruinbWc" width="480"></iframe></p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>20-January-2012 12:39:16</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Smartphones erzwingen neues Tarifsystem]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/smartphones-erzwingen-neues-taifsystem</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/smartphones-erzwingen-neues-taifsystem</guid>
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Die jetzt erschienene App "DB Tickets" verdeutlicht einmal mehr, dass der &ouml;ffentliche Nahverkehr in Deutschland ein neues Tarifsystem braucht.</p>

<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/Foto_4_180_270_s_c1.PNG" width="180" height="270" alt="" />
	</p>
<p>
	Die starke Verbreitung von Smartphones zwingen die Bahn und andere Verkehrsunternehmen praktisch zu einer radikalen Reform des Tarifsystems. Laut <a href="http://itunes.apple.com/de/app/db-tickets/id489496269?mt=8">Beschreibung der DB im App-Store</a> lauten die einzigen Einschr&auml;nkungen zwar</p>
<blockquote>
	<p>
		"Handy-Tickets k&ouml;nnen f&uuml;r die meisten DB Verbindungen ab 51km gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass das &#39;City-Ticket&#39; nicht f&uuml;r das DB Handy-Ticket angeboten werden kann."</p>
</blockquote>
<p>
	Doch das ist nur die halbe Wahrheit (abgesehen davon, dass den Text nur die eingefleischteste Bahn-Kunden verstehen k&ouml;nnen). Dass es das City-Ticket &ndash; den kostenlosen Nahverkehr-Anschluss am Zielort f&uuml;r die treuen BahnCard-50-Kunden &ndash; auf dem Handy nicht gibt, ist aber eigentlich schon Grund genug, ins Nachdenken zu kommen. Warum macht man ausgerechnet diesen Kunden die Nutzung der <a href="http://www.bahn.de/p/view/buchung/mobil/dbtickets_app.shtml">App</a> madig?</p>
<p>
	Alles weitere schreibe ich aufgrund des sehr f&ouml;deralen Tarifsystems aus meiner Perspektive aus K&ouml;ln, Nordrhein-Westfalen. Hier gibt es etwas sehr fortschrittliches: einen gemeinsamen Tarif f&uuml;r Stadt- und Regionalverkehr. Die NRW-Tickets gelten von T&uuml;r zu T&uuml;r &ndash; f&uuml;r den Bus zum Bahnhof, den Zug quer durch NRW und die U-Bahn zum Ziel-Stadtteil. Klingt einfacher als es ist, denn leider verkaufen die st&auml;dtischen Verkehrsunternehmen (in K&ouml;ln die K&ouml;lner Verkehrsbetriebe KVB) die Tickets nicht, mit denen man ihre Bahnen benutzen k&ouml;nnte. Es muss schon ein Automat des Verkehrsverbunds oder der Bahn in der N&auml;he sein, um ein NRW-Ticket zu kaufen. <a href="http://www.ots-nrw.de/">Online geht&#39;s auch</a> &ndash; aber nur, wenn man einen Drucker hat. Weder die Smartphone-App der Bahn, noch die der Verkehrsverb&uuml;nde bieten NRW-Tickets an. In NRW kann man die neue Bahn-App daher nur f&uuml;r den Fernverkehr, also ICs und ICEs, gebrauchen.</p>
<p>
	<strong>So sehr die Apps die Nutzung des Nahverkehrs auch vereinfachen &ndash; immer wieder sto&szlig;en sie an die Grenzen des Tarifsystems. Dass man mehrere Apps braucht, um mit Handy-Tickets durchs Land zu fahren, ist symptomatisch.</strong></p>
<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/Foto_12_180_270_s_c1.PNG" width="180" height="270" alt="" />
	</p>
<p>
	Mit der App <a href="http://www.handyticket.de/index.html">Handy-Ticket Deutschland</a>, ein Gemeinschaftsprodukt mehrerer Verkehrsverb&uuml;nde, kann ich in K&ouml;ln und im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) Matrixcodes kaufen, die als Fahrschein gelten. Den Papierfahrschein einfach aufs Handy zu &uuml;bertragen funktioniert aber nur bedingt. So geh&ouml;rt es zu den Regeln f&uuml;r ein Einzelticket, dass es 90 Minuten lang g&uuml;ltig ist, Umwege, Rund- und R&uuml;ckfahrten aber nicht gestattet sind. Bei jedem Ticketkauf weist die App darauf hin. Was bei Papiertickets anhand des Aufdrucks oder des Entwerter-Stempels leicht nachpr&uuml;fbar ist, ist beim Handy-Ticket &uuml;berhaupt nicht nachvollziehbar. Kein Kontrolleur wei&szlig;, wo der Kunde das Ticket gekauft und seine Fahrt begonnen hat. Eine GPS-Verfolgung oder Handyortung wie bei <a href="http://www.bahn.de/p/view/buchung/mobil/touch_travel.shtml">Touch-and-Travel von der Bahn</a> findet nicht statt.</p>
<p>
	Vermutlich aus genau diesem Grund lassen sich Kurzstreckentickets gar nicht erst mit der App kaufen. Diese verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig g&uuml;nstigen Fahrkarten (1,80 Euro) sind f&uuml;r eine Entfernung von bis zu vier Stationen g&uuml;ltig. Wo der Kunde eingestiegen ist, ist also ganz entscheidend.</p>
<p>
	Bei Tagestickets hat der VRS wiederum ein Schlupfloch im Tarifsystem offen gelassen. So k&ouml;nnen Smartphone-Nutzer anders als Automaten-Kunden beispielsweise ein Tagesticket f&uuml;r Br&uuml;hl und Umgebung kaufen, obwohl sie sich in K&ouml;ln befinden. Sie haben damit einen g&uuml;ltigen Fahrschein f&uuml;r eine Hin- und R&uuml;ckfahrt &uuml;ber Br&uuml;hl nach Bonn und sparen so einige Euro.</p>
<p>
	Bestimmt gibt es einige weitere denkbare Missbrauchsgelegenheiten. Ich will hier niemanden dazu anstiften, sondern aufzeigen, warum das auf Papiertickets und Entwerteraufdrucke optimierte Tarifsystem nicht zum Smartphone-Zeitalter passt. Wenn man davon ausgeht, dass immer mehr Kunden ihre Fahrscheine lieber komfortabel am Smartphone statt an kompliziert zu bedienenden Automaten oder online mit Ausdruckpflicht kaufen wollen, m&uuml;ssen die Tarifsysteme unweigerlich angepasst werden. Es wird Zeit f&uuml;r Tarife, die gleichzeitig smartphonegerecht sind und die Nutzer und Kunden weder durch Einschr&auml;nkungen auf bestimmte Regionen oder Strecken, noch durch <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,8364754,00.html">&Uuml;berwachung</a> g&auml;ngeln.</p>
<p>
	Vielleicht checken wir ja tats&auml;chlich in naher Zukunft einfach nur noch per Foursquare oder Facebook im Bahnhof oder im Zug ein, um ein g&uuml;ltiges Ticket zu erwerben. Auch L&ouml;sungen mit NFC-Funkchips im Handy zeichnen sich ab. Technische L&ouml;sungen f&uuml;r den bequemen Ticketkauf sind vorhanden. Die Revolution muss bei den Papier-Fahrscheinen und den mit ihnen etablierten Tarifsystemen erfolgen.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>12-January-2012 15:49:49</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[#OpBlitzkrieg und Nazi-Leaks: &#8220;Kein Respekt vor den Grundwerten&#8221; (Update)]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/opblitzkrieg-und-nazi-leaks-kein-respekt-vor-den-grundwerten</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/opblitzkrieg-und-nazi-leaks-kein-respekt-vor-den-grundwerten</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Die Aussteiger-Initiative EXIT h&auml;lt die Aktionen von Anonymous f&uuml;r das falsche Mittel im Kampf gegen Rechts.</p>

<p>
	In der <a href="http://wissen.dradio.de/anonymous-hacktivisten-gegen-nazis.33.de.html?dram:article_id=14296">Webschau bei DRadio Wissen</a> habe ich heute &uuml;ber die Aktionen von Anonymous gegen Nazis berichtet. Hier will ich das Thema fortf&uuml;hren. In der Sendung ging es auch darum, dass <a href="http://twitter.com/#!/search?q=%23OpBlitzkrieg">#OpBlitzkrieg</a> und <a href="http://nazi-leaks.net/">nazi-leaks.net</a> offenbar <a href="http://le-bohemien.net/2011/05/16/anonymous-intervie/">innerhalb von Anonymous umstritten</a> sind.</p>
<blockquote>
	<p>
		Diese Aktion ist aber selbst unter den Anons stark umstritten, weil damit die Meinungsfreiheit beschnitten bzw. Kommunikation verhindert wird. Deshalb sind politische Parteien auch kein Ziel von #opBlitzkrieg.</p>
</blockquote>
<p>
	So hie&szlig; es von Anonymous im Mai 2011 und heute werden NPD-Server angegriffen. Man kann also davon ausgehen, dass die Operation intern weiterhin umstritten ist. Aber wie sieht es au&szlig;erhalb von Anonymous aus?</p>
<p>
	Am provokativen Namen der Aktion wird nur wenig Kritik ge&auml;u&szlig;ert, <a href="http://twitter.com/#!/FreakkaerF/status/151796215527378944">etwa von @FreakkearF</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		Wie bl&ouml;d ist bitte die Idee, eine Antinazi-Aktion #OpBlitzkrieg zu nennen?</p>
</blockquote>
<p>
	Online-Medien kritisieren vor allem nazi-leaks.net: <a href="http://www.n-tv.de/politik/Anonymous-startet-Blitzkrieg-article5115861.html">Diverse</a> <a href="http://www.n24.de/news/newsitem_7560219.html">Medien</a> merken an, dass sie die Informationen dort nicht verifizieren konnten. Spiegel Online berichtet mit am umfassendsten und hebt vor allem hervor, dass Nazi-Leaks eine <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,806649,00.html">Pranger-Funktion</a> erf&uuml;llt.</p>
<p>
	Von Menschen, die wissen, wie man mit Rechten umgeht, habe ich bisher keine Stellungnahme finden k&ouml;nnen. Daher habe ich bei <a href="http://www.exit-deutschland.de/">EXIT-Deutschland</a> nachgefragt, einer Initiative, die Nazis beim Ausstieg aus der Szene hilft.</p>
<blockquote>
	<p>
		Die Aktivit&auml;ten sind rechtswidrig. Das ist nicht nur eine rechtliche Feststellung sondern hat auch mit dem Respekt vor den Grundwerten zu tun.</p>
</blockquote>
<p>
	sagt Bernd Wagner von EXIT. Noch dazu seien die Informationen von Nazi-Leaks nicht verwertbar. V&ouml;llig undokumentiert stehen sie im Netz, weder ihre Quelle, noch ihr Kontext ist ersichtlich. Das hat in den vergangenen Tagen bereits zu Verwirrung gef&uuml;hrt. Die Namensliste unter dem Titel "<a href="http://nazi-leaks.net/?p=349">Junge Freiheit</a>" wurde f&uuml;r eine Abonnentenliste der Zeitung gehalten, <a href="http://kaffeeringe.de/blog/medienkompetenz-leute.689.html">tats&auml;chlich</a> handelt es sich wohl um eine <a href="http://www.jungefreiheit.de/Autoren.52.0.html">Autorenliste</a>.</p>
<p>
	Ich frage mich au&szlig;erdem, wie Anonymous mit der Leaks-Seite Vertrauen bei Whistleblowern aufbauen will. Derzeit werden diese aufgefordert, sich per Mail oder Twitter zu melden. Wie die Informanten gesch&uuml;tzt werden, ist vollkommen offen. Nicht einmal einen &ouml;ffentlichen Schl&uuml;ssel f&uuml;r den Austausch verschl&uuml;sselter Mails konnte ich auf der Seite entdecken. Bei EXIT wei&szlig; man, wie man Aussteiger vor ihren ehemaligen Kameraden sch&uuml;tzt. Ob Anonymous auch einen Plan hat, um seine Whistleblower zu sch&uuml;tzen? Es entsteht der Verdacht, dass die DDOS-Angriffe nur eine PR-Aktion f&uuml;r ein halbherzig aufgesetztes Leaks-Blog sind.</p>
<p>
	<u><strong>Update 17:00 Uhr</strong></u></p>
<p>
	So langsam kommen <a href="http://twitter.com/#!/JSchoenbeck/status/153867601053880320">dann</a> <a href="http://twitter.com/#!/SailingCloud/status/153859716685103104">doch</a> <a href="http://twitter.com/#!/Spurenleserin/status/153848947914457089">kritische</a> <a href="http://twitter.com/#!/CA_rotwang/status/153864821002092544">Tweets</a> und <a href="http://www.forum-ddr-grenze.de/t7451f107-OpBlitzkrieg-Nazidaten-oeffentlich.html#msg180012">Texte</a>.</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	<em>Disclaimer: Ich m&ouml;chte unter diesem Artikel nochmal gesondert darauf hinweisen, dass ich mir die Inhalte der verlinkten Seiten nicht zu eigen mache. Das sollte eigentlich schon daran zu erkennen sein, dass die Links zu Seiten der verschiedensten Lager f&uuml;hren. Sie haben dokumentarischen Wert und dienen Lesern zur eigenen vertiefenden Recherche.</em></p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>02-January-2012 15:48:44</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Es gibt keine Medienhetzjagd auf den Bundespräsidenten]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/es-gibt-keine-medienhetzjagd-auf-den-bundespraesidenten</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/es-gibt-keine-medienhetzjagd-auf-den-bundespraesidenten</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Medien und Blogger berichten &uuml;ber den Bundespr&auml;sidenten und seinen Kredit. Andere Medien und Blogger kritisieren sie daf&uuml;r. Zu unrecht.</p>

<p>
	Seit &uuml;ber die sogenannte Kredit-Aff&auml;re des Bundespr&auml;sidenten Christian Wulff berichtet wird, werden auch Stimmen laut, die den Medien Hetze vorwerfen: Sie w&uuml;rden "eine Sau durch&#39;s Dorf treiben".</p>
<p>
	Viel verlinkt und kommentiert wurde der <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1450">Artikel von Wolfgang Michal "&Uuml;ber die moralische Radikalisierung der &Ouml;ffentlichkeit"</a>. Darin sieht er einen "sichtbare[n] Trend zum moralischen Rigorismus&ldquo; sowie eine Konkurrenz der Leitmedien &bdquo;mit der &#39;Meute&#39; um die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche moralische Emp&ouml;rung&ldquo;.</p>
<p>
	Magda schreibt in der <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/magda/eine-andere-sau-durchs-dorf">Freitag-Community</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>&bdquo;Die Tatsache, dass Skandale, Fehlverhalten Vorteilsnahmen aufgedeckt wurden sagt nichts aus &uuml;ber das tats&auml;chliche Ausma&szlig; an skandal&ouml;sen Entscheidungen, Verhalten und Missachtung demokratischer Tugenden. Gar nichts.&ldquo;</em></p>
</blockquote>
<p>
	&Auml;hnlich sehen das ein Leser <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/die-naechste-sau-durch-das-dorf-treiben-bundespraesident-geraet-unter-druck-kommentar_4008070.html">hier</a>, ein H&ouml;rer <a href="http://wissen.dradio.de/bundespraesident-die-folgen-der-kreditaffaere.33.de.html?dram:article_id=14126#comments">hier</a> und ein Kommentator <a href="http://www.zeit.de/2011/52/Ruecktritte">hier</a>.</p>
<p>
	Das Hauptargument, das der Kritik zugrunde liegt, lautet: Es sind die Medien, die aus einem Vorgang eine Aff&auml;re machen, aus dem keine Aff&auml;re gemacht werden d&uuml;rfte. Es ist die Willk&uuml;r der Medien, die dar&uuml;ber entscheidet, welche Handlungen eines Politikers zur "Aff&auml;re" oder zum "Skandal" gemacht werden und welche nicht. Jan Fleischhauer hat in seiner Spiegel-Online-Kolumne "Der schwarze Kanal" <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804548,00.html">davor gewarnt</a>, die Moral als Bewertungsma&szlig;stab anzuwenden, denn es g&auml;be keine objektiv g&uuml;ltigen Kriterien, Moral sei immer Willk&uuml;r.</p>
<p>
	Dieser Argumentation kann ich folgen. Doch ich sehe bei aller, oft berechtigten Medienkritik, einen Widerspruch:</p>
<p>
	Denn nicht nur die Kritik an Politikern ist willk&uuml;rlich &ndash; dem einen wird die Dienstwagenaff&auml;re verziehen, dem anderen nicht. Auch die jetzt h&auml;ufig hervorgebrachte Medienkritik ist willk&uuml;rlich. Denn wie will man objektiv entscheiden, wann eine Berichterstattung angemessen ist und wann nicht? Warum handeln die Medien im Fall zu Guttenberg richtig, wenn sie dar&uuml;ber berichten, dass er seine Doktorarbeit gr&ouml;&szlig;tenteils abgeschrieben hat, im Fall Wulff dagegen nicht, wenn sie dar&uuml;ber berichten, dass er eventuell Dienstliches und Privates nicht so sauber getrennt hat, wie man es von einem Ministerpr&auml;sidenten erwarten sollte?</p>
<p>
	Wann ist eine private Verfehlung sch&auml;dlich f&uuml;r das &ouml;ffentliche Amt, wann nicht? Es sind dies immer moralische Bewertungen, f&uuml;r die es keine allgemeing&uuml;ltigen Kriterien gibt, die man auf Einhaltung bzw. Versto&szlig; hin &uuml;berpr&uuml;fen k&ouml;nnte. Die Kritik, die Medien w&uuml;rden eine unberechtigte Hetzjagd auf Wulff f&uuml;hren, beinhaltet schon eine Bewertung der Handlungen des Bundespr&auml;sidenten &ndash; sie werden als irrelevant angesehen. Nun variiert das moralische Empfinden der Menschen, von daher ist es zul&auml;ssig, Wulffs Handlungen zu kritisieren. Und deshalb d&uuml;rfen sich auch die Medien kritisch &auml;u&szlig;ern.</p>
<p>
	Die Meinungen, die aktuell ge&auml;u&szlig;ert werden (s.o.), sollten daher nicht lauten "Die Medien veranstalten eine Hetzjagd", sondern: "Dem Bundespr&auml;sidenten ist nichts vorzuwerfen".</p>
<p>
	Die Debatte, die derzeit um Christian Wullf gef&uuml;hrt wird, sehe ich als normale Debatte darum an, welche Vorg&auml;nge wir in unserer Gesellschaft akzeptieren wollen und welche nicht. Dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung das anders sieht als die TAZ, ist auch keine &Uuml;berraschung.</p>
<p>
	Gut, dass die Meinungen auseinander gehen &ndash; und dass das Internet sie so leicht zug&auml;nglich macht wie nie zuvor.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>23-December-2011 14:19:36</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Schlag den Ökospießer]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/Schlag-den-Oekospiesser</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/Schlag-den-Oekospiesser</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Fernsehen dient ja auch zur Entspannung, manchmal bewirkt es aber auch das Gegenteil. Ein Beispiel.&nbsp;</p>

<p>
	Bin ich schon so schrecklich konditioniert auf die Schonung unserer Umwelt, dass ich nicht einmal mehr beim Fernsehprogramm mein &Ouml;kogewissen ausschalten kann? Es ist wohl so: Samstag Abend, irgendwann zwischen 21 und 22 Uhr, Pro7 &ndash; &bdquo;Schlag den Raab&ldquo;. Ich zappe gerade ins Programm, als Stefan Raab und sein Gegner Oliver <a href="http://www.prosieben.de/tv/schlag-den-raab/video/clip/250568-spiel-5-autos-umparken-1.3005189/">im f&uuml;nften Spiel des Abends Autos umparken m&uuml;ssen</a>.</p>
<p>
	Jeder muss zehn durchnummerierte Autos auf zehn durchnummerierte Parkpl&auml;tze stellen. Parkpl&auml;tze und Autos sind durcheinander, ein elfter Parkplatz dient als Zwischenparkstation. Das Spiel ist lustig, weil Raab schnell aus der Puste ist von der ewigen Hin-und-her-Rennerei zwischen den Autos/Parkpl&auml;tzen. Aber im Hinterkopf klopft das &Ouml;kogewissen schon: Muss das sein? Bei 20 Autos ungez&auml;hlte Male Motoren Anlassen, kurz Gas geben, abstellen &ndash; das ist doch nicht gut f&uuml;r die Umwelt. Fast eine Viertelstunde geht das so. H&auml;tte man nicht wenigstens Elektroautos nehmen k&ouml;nnen? Naja, dachte ich mir noch, als das Spiel vorbei war, es gibt sinnlosere Fahrereien: <a href="http://tvtotal.prosieben.de/tvtotal/specials/stockcar2011/">Die gro&szlig;e TV Total Stock Car Crash Challenge</a> etwa oder die <a href="http://tvtotal.prosieben.de/tvtotal/specials/autoball2010/">Autoball-Weltmeisterschaft</a>. Kinder, Tiere und Autos sind halt die St&uuml;tzen im deutschen Unterhaltungsfernsehen.&nbsp;</p>
<p>
	Und dann kam schon das n&auml;chste Spiel, <a href="http://www.prosieben.de/tv/schlag-den-raab/video/clip/250571-spiel-6-baeume-faellen-1.3005199/">Spiel Nummer 6</a>: Raab und Oliver sollten B&auml;ume f&auml;llen. Das ist nur folgerichtig: Erst wird das CO2 aus den Ausp&uuml;ffen geblasen und dann werden von jedem Kandidaten auch noch sinnlos zehn Nadelb&auml;ume mit der Axt umgehackt, die das Treibhausgas h&auml;tten verwerten k&ouml;nnen. Ich wei&szlig; nicht, ob es au&szlig;er mir noch jemandem so ging &ndash; aber ich fand das so offensichtlich zynisch und frech, dass ich fast nicht an einen unbewussten Versto&szlig; der Redaktion gegen die Gebote der umweltpolitischen Korrektheit glauben kann. Vielleicht bin ich aber auch nur humorlos oder eben ein &Ouml;kospie&szlig;er. Kandidat Oliver hat an dem Abend &uuml;brigens kein Spiel gewonnen und 0:66 gegen Raab verloren. Das fand ich dann wieder lustig. Applaus!</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>23-December-2011 12:32:41</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[iTunes Match: Der Irrglaube von der Legalisierung]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/itunes-match-der-irrglaube-von-der-legalisierung</link>
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	<description>	
	<![CDATA[<p>
	iTunes Match gleicht seit heute auch deutsche Musiksammlungen mit Apple Servern ab. Legal wird eine zusammengesharte Musiksammlung dadurch nicht.</p>

<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/screenshotExpress_320_101_s_c1.png" width="320" height="101" alt="" />
	</p>
<p>
	Viele haben sehns&uuml;chtig auf iTunes Match gewartet, weil sie sich davon eine Legalisierung ihrer illegal zusammengetragenen Sammlung versprechen. Doch das bleibt ein Traum. Wie schreibt Apple so sch&ouml;n:</p>
<blockquote>
	<p>
		Sie erkl&auml;ren sich hiermit einverstanden, iTunes Match nur f&uuml;r rechtm&auml;&szlig;ig erworbene Inhalte zu gebrauchen. Jeglicher Gebrauch f&uuml;r unrechtm&auml;&szlig;ige Inhalte verletzt die Rechte anderer und kann Sie zivilrechtlichen und strafrechtlichen Strafen aussetzen, einschlie&szlig;lich m&ouml;glichen Schadensersatzanspr&uuml;chen bei Urheberrechtsverletzungen.</p>
</blockquote>
<p>
	So steht es in den <a href="http://www.apple.com/legal/itunes/de/terms.html#SALE">Bedingungen des iTunes Store</a>, &uuml;ber den der Kauf des Abos abgewickelt wird. Jeder iTunes-Match-Kunde hat diesen Bedingungen zugestimmt.</p>
<p>
	Deutlicher als die Apple-Juristen hat <a href="http://www.medien-gerecht.de/2011/06/08/itunes-match-keine-legalisierung-von-raubkopien/">das Blog medien-gerecht</a> auf die nicht stattfindende Legalisierung hingewiesen. Dort wird &uuml;ber die Nutzungsrechte argumentiert, die man an einem Song hat &ndash; oder auch nicht.</p>
<blockquote>
	<p>
		Diese hat der Nutzer beim urspr&uuml;nglichen Kauf vom Urheber bzw. Rechteinhaber bekommen. In Deutschland darf der Nutzer im privaten Gebrauch die Musikst&uuml;cke dann auch auf Grundlage der Privatkopie nach &sect; 53 UrhG kopieren und so neben dem Silberling auch auf dem PC, dem iPhone oder dem iPad h&ouml;ren. Ein neues Nutzungsrecht ist Nutzerseitig also nicht n&ouml;tig. Aus diesem Grund findet auch durch iTunes Match keine &ldquo;Legalisierung&rdquo; statt. Raubkopien bleiben auch mit iTunes Match Raubkopien. Raubkopien, die Apple mit iTunes Match an eine identifizierbare Apple-ID verbindet (Ein Schelm, wer B&ouml;ses dabei denkt.).</p>
</blockquote>
<p>
	Dieser Eintrag ist vom Juni 2011. Trotzdem wird auch heute an <a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/12/anleitung-itunes-match/">prominenten</a> ("Fr&uuml;here Missetaten werden durch die Jahresgeb&uuml;hr &#39;ges&uuml;hnt&#39; &ndash; sprich: legalisiert.") und <a href="http://www.express.de/digital/-itunes-match--musik-ab-in-die-wolke---ploetzlich-ist-alles-legal,2492,11317422.html">prominentesten</a> ("pl&ouml;tzlich ist alles legal") Stellen verk&uuml;ndet, iTunes Match legalisiere bis dato Illegales.</p>
<p>
	(Werbeblock: Mein <a href="http://wissen.dradio.de/cloud-computing-kampf-um-die-lufthoheit.33.de.html?dram:article_id=13523">DRadio-Wissen-Beitrag</a> &uuml;ber iTunes Match und dessen Konkurrenten)</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>16-December-2011 17:32:11</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Was rettet die Wissenswerte – Geld oder Kreativität?]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/quo-vadis-wissenswerte</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/quo-vadis-wissenswerte</guid>
	
	
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Das wichtigste Thema dieser Konferenz war die Konferenz selbst: War das die letzte WissensWerte?</p>

<p>
	Die <a href="http://www.initiative-wissenschaftsjournalismus.de/">Initiative Wissenschaftsjournalismus</a>, in der die <a href="http://www2.wissenswerte-bremen.de/">WissensWerte</a> geboren und zum gr&ouml;&szlig;ten deutschen Fachjournalisten-Kongress aufgebaut wurde, wird wie geplant von den bisherigen Financiers nicht weiter unterst&uuml;tzt. Das Projekt endet am 31. M&auml;rz und derzeit ist nicht in Sicht, wie eine Fortf&uuml;hrung der einzelnen Module finanziert werden k&ouml;nnte. Damit ist auch die Zukunft der WissensWerte fraglich.</p>
<p>
	In den vielen Diskussionen, die ich auf der WissensWerte (21.-23.11.2011) wahrgenommen und an denen ich teilgenommen habe, tauchte zuallererst immer die Frage nach dem Geld auf. Das ist es, was fehlt. Auch bei der lobenswerten <a href="http://www.pro-wissenswerte.de/">Initiative Pro WissensWerte</a> habe ich den Eindruck, dass es vor allem ums Geld geht.</p>
<blockquote>
	<p>
		Unterschreiben Sie (...) &ndash; als Ansporn, damit sich auch k&uuml;nftig Sponsoren und neue (alte?) Organisatoren finden, die sich mit Herzblut f&uuml;r dieses Projekt einsetzen.</p>
</blockquote>
<p>
	Die Unterst&uuml;tzer sind zwar auch aufgefordert, <a href="http://www.pro-wissenswerte.de/stimmen-fur-die-wissenswerte/#comments">Kommentare</a> abzugeben - aber nur dazu, <em>warum</em> die WissensWerte fortbestehen sollte, nicht <em>wie</em>. Selten nur wird dar&uuml;ber nachgedacht, das ohne Frage erfolgreiche Konzept der WissensWerte zu &uuml;berdenken. Wie kann man einen solchen Branchentreff so umorganisieren, dass er seinen Wert f&uuml;r die Besucher m&ouml;glichst beh&auml;lt, aber im organisatorischen Aufwand eingedampft und damit g&uuml;nstiger wird?</p>
<p>
	Leider wurde in diesem Jahr die Chance verpasst, die Teilnehmer zu fragen, wie sie sich die Zukunft des Kongresses vorstellen. In der Teilnehmerbefragung wurde nur gefragt, welche Themen im n&auml;chsten Jahr auf dem Programm stehen sollten - ganz als w&auml;re es vollkommen klar, dass es eine WissensWerte 2012 geben wird. Die Ergebnisse der vergangenen Teilnehmerbefragungen machten klar, was eigentlich der Wert der Wissenswerte ist: Treffen und Kennenlernen von und Austausch mit Kollegen steht immer ganz oben bei den Gr&uuml;nden f&uuml;r einen Besuch in Bremen (wie ich vernommen habe, es ist leider kein Dokument dazu zu finden). Muss sich ein solches Kennenlern- und Austauschtreffen nicht effizienter organisieren lassen?</p>
<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/barcamp_320_240_s_c1.jpg" width="320" height="240" alt="" />
	</p>
<p>
	Wie man Kongresse mit geringen Mitteln organisiert, hat die Web-2.0-Community gezeigt. Dort entstand das Konzept der <a href="http://www.franztoo.de/?p=113">Barcamps</a>, so genannter Unkonferenzen. Die Vorab-Organisation beschr&auml;nkt sich dabei im Wesentlichen auf R&auml;umlichkeiten, Sponsoren und Essen sowie den Anmeldeprozess. Das Programm gestalten die Teilnehmer selbst, jeder ist angehalten, etwas beizusteuern: In einem Wiki tauschen sie vor der Konferenz m&ouml;gliche Themen aus. Zu Beginn des ersten Konferenztags stellt jeder das Thema seiner Session kurz vor und schreibt es in ein freies Feld des Stunden- und Raumplans.</p>
<p>
	Nun wird an der WissensWerte vielfach auch das Programm-Komitee gelobt. Diese sinnvolle Einrichtung hat ihre Berechtigung und garantiert f&uuml;r eine gute Themenauswahl. Die Offenheit eines Barcamps w&auml;re aber vielleicht eine gute Erg&auml;nzung. Beim DJV und beim SWR gibt es bereits gute Erfahrungen mit &bdquo;geplanten Barcamps&ldquo;. Auch das Journalisten-Netzwerk Jonet hat ein mehr als sonst &uuml;blich vorgeplantes <a href="http://www.jonet.org/wiki/index.php?title=Jonet-Tag_2007">Journalisten-Barcamp</a> organisiert.</p>
<p>
	Vollkommen unsortiert und unreflektiert m&ouml;chte ich ein paar Vorschl&auml;ge auflisten, die ich teilweise aufgeschnappt, teilweise selbst ergr&uuml;belt habe, und die die WissensWerte retten k&ouml;nnten:</p>
<ul>
	<li>
		R&auml;umlichkeiten<br />
		Hochschulen und Forschungszentren w&uuml;rden sich bestimmt &uuml;ber den Besuch von 500 Wissenschaftsjournalisten freuen und R&auml;ume zur Verf&uuml;gung stellen</li>
	<li>
		Workshop-Programm<br />
		In der <a href="http://wpk.org">WPK</a> wird die Idee einer WPK-Jahrestagung diskutiert. Hei&szlig;t: WPK-Workshops statt &uuml;bers Jahr verteilt auf eine Jahrestagung konzentriert.</li>
	<li>
		Konferenz-Programm<br />
		Weniger Organisation ist mehr? Wer ein Thema hat, kann dies auch kurzfristig auf die Agenda setzen.</li>
	<li>
		Organisation<br />
		Wissenswerte und <a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/de/wissenschaftskommunikation/forum.html">Forum Wissenschaftskommunikation</a> haben eine gro&szlig;e Schnittmenge. Durch die Organisation einer gemeinsamen Konferenz lie&szlig;e sich viel Aufwand sparen. Einigen Blogposts zufolge gibt es beim Forum auch <a href="http://weltamsonnabend.wordpress.com/2011/12/11/zwischen-allen-stuhlen/">Ver&auml;nderungsbedarf</a>. Die unabh&auml;ngige journalistische Programmplanung der WissensWerte muss dabei erhalten bleiben.</li>
	<li>
		Eigeninitiative<br />
		Der gro&szlig;e Haken am Barcamp-Konzept: Es erfordert mehr Engagement der Teilnehmer. Aber ist das zuviel verlangt, wenn ihnen die Veranstaltung so wichtig ist? Dann muss man doch mehr verlangen k&ouml;nnen als eine (nochmal: lobenswerte) <a href="http://www.pro-wissenswerte.de/unterschriften">Unterschrift bei Pro WissensWerte</a>. Die drei Macher dieser Initiative, Nicola Kuhrt, Cornelia Reichert und Cinthia Brise&ntilde;o,&nbsp;haben ihre Eigeninitiative bewiesen, kann man sie nicht auch von den &uuml;brigen WissensWerte-Fans erwarten?</li>
</ul>
<p>
	Und dann argumentiere ich doch noch mal &uuml;ber das Thema Geld: Es muss doch m&ouml;glich sein, eine Konferenz, f&uuml;r die sich mehr als 500 Menschen bis zu drei Tage frei nehmen und zum Gro&szlig;teil auch &uuml;ber 100 Euro bezahlen, am Leben zu halten!</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>15-December-2011 14:13:41</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Smartphones für eine bessere Welt]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/smartphones-fuer-eine-bessere-welt</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/smartphones-fuer-eine-bessere-welt</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Wer das Wachstumsprinzip, die Schnelligkeit und die Unfairness der kapitalistischen Marktwirtschaft nicht mag, muss Smartphones hassen. Sie werden unter katastrophalen Arbeitsbedingungen produziert und sorgen daf&uuml;r, dass sich Menschen durch st&auml;ndige Updates ablenken und den Blick f&uuml;r das wirklich Wichtige verlieren. Aber doch k&ouml;nnen Smartphones so n&uuml;tzlich sein f&uuml;r die Welt.</p>

<p>
	In der gedruckten ZEIT vom 8. Dezember ist ein lesenswerter Artikel &uuml;ber Menschen erschienen (<a href="http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf/komplettansicht">hier online</a>), die versuchen, sich aus dem kapitalistischen Immer-Mehr-Wirtschaftskreislauf zu befreien.</p>
<p>
	Kurz: Es gibt Gemeinschaften in den verschiedensten Konstellationen, die sich auf verschiedensten Wegen zusammenfinden und im Kleinen ein System zu etablieren versuchen, das einigen als nicht ver&auml;nderbar geltenden Umst&auml;nden der freien Marktwirtschaft widerstrebt. Wie gesagt: Lesenswert.</p>
<p>
	Eingehen m&ouml;chte ich weniger auf diesen Artikel als vielmehr auf zwei Kommentare von Zeit-Online-Lesern. <a href="http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf/komplettansicht?commentstart=1#cid-1746564">Der User &bdquo;MaxData&ldquo; schreibt</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>&bdquo;bei uns an der uni im asta schimpfen auch alle gegen den kapitalismus und den konsum, viele kaufen sich aber iphones f&uuml;r &uuml;ber 600 euro. naja ich hols mir auch n&auml;chste woche ^^&ldquo;</em></p>
</blockquote>
<p>
	<a href="http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf/komplettansicht?commentstart=1#cid-1746574">Darauf antwortet &bdquo;cagy&ldquo;</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>"&#39;Buhbuh&#39; aus der einen Ecke, aber dann doch bitte was neue, funkelndes in den H&auml;nden - man ist ja schon immerhin Student...die alternative Elite. So kommt mir es vor. Ich kriege regelm&auml;&szlig;ig W&uuml;rgekomplexe, wenn ich durch die Uni laufe und anstatt in Gesichter nur Stirnpartien zu sehen bekomme, die das Licht des Handydisplays reflektieren. Und mit "Handy" tritt man denen auch noch auf den Schlips - es sei ja schlie&szlig;lich ein Smartphone und die Zeit solle man sich doch bitte nehmen. Genug von diesem Ph&auml;nomen."</em></p>
</blockquote>
<p>
	Ja, auch ich finde Smartphones eigentlich gr&auml;sslich. Sie sind meines Erachtens ein Ausdruck der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit, in der man immer und &uuml;berall online sein muss, um in sozialen Netzwerken die neuesten News zu posten und seine Mails und Konto- und Depotums&auml;tze dauerhaft verwalten zu k&ouml;nnen. Sie sind Ablenkung von den wirklich wichtigen Themen. Lieber mit dem Smartphone rumspielen und zum zehnten Mal am Tag pr&uuml;fen, ob sich irgendetwas ge&auml;ndert hat, anstatt einfach mal still zu sitzen und &uuml;ber sein Leben nachzudenken.</p>
<p>
	Smartphones verhindern den Blick aufs Gro&szlig;e Ganze. Smartphones sind schrecklich. Einerseits.</p>
<p>
	Andererseits sind sie, richtig eingesetzt, furchtbar n&uuml;tzlich:</p>
<p>
	Smartphones schonen die Ressourcen auf der Erde.<br />
	Smartphones machen den Verbraucher m&uuml;ndig.<br />
	Smartphones machen die Welt besser.</p>
<ul>
	<li>
		Die Apps von <a href="http://www.mitfahrgelegenheit.de">Mitfahrgelegenheit.de</a> und <a href="https://www.flinc.org/">Flinc</a> und <a href="http://www.car2gether.com/">Car2gether</a> bringen Menschen zusammen, die gemeinsam von A nach B fahren.</li>
	<li>
		Die Apps der Bahn und verschiedener lokaler Verkehrsbetriebe zum Nachschlagen der Verbindungen und zum bequemen Kaufen von Tickets macht die Nutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel attraktiv und einfach.</li>
	<li>
		Die Apps der Car- und Bike-Sharing-Anbieter erm&ouml;glichen das einfache und kurzfristige Mieten von Autos und Fahrr&auml;dern. Das alles schont die Umwelt und verhindert wahrscheinlich sogar den ein oder anderen Autokauf.</li>
	<li>
		Die Apps sozialer Netzwerke wie Facebook, Google+ (sowie leider nie sonderlich erfolgreich gewordener, speziell daf&uuml;r konstruierter Netzwerke wie <a href="http://netzwertig.com/2010/03/12/frents-berliner-startup-launcht-social-network-fuer-sachen/">Frents</a>) erm&ouml;glichen das (Ver-)Leihen von Gegenst&auml;nden/Konsumg&uuml;tern. =&gt; &bdquo;Kann mir jemand f&uuml;r morgen seine Bohrmaschine leihen?&ldquo;</li>
	<li>
		Die App von <a href="http://www.codecheck.info">codecheck.info</a> liefert dem Verbraucher mehr Informationen &uuml;ber ein Produkt als er auf der Verpackung im Supermarkt findet.</li>
	<li>
		Die Greenpeace-Fischf&uuml;hrer-App zeigt an, welche Fischarten besonders gef&auml;hrdet sind und welche (noch) bedenkenlos gegessen werden k&ouml;nnen.</li>
	<li>
		Die <a href="http://eco-challenge.eu/">EcoChallenge</a>-App unterst&uuml;tzt den Versuch eines komplett nachhaltigen Lebensstils in Form eines Wettbewerbs.</li>
	<li>
		Die <a href="http://www.seasonsapp.com/de/">Erntefrisch</a>-App zeigt an, wann wo welches Gem&uuml;se gerade Saison hat.</li>
</ul>
<p>
	Die meisten dieser Funktionen sind nat&uuml;rlich auch ohne Smartphone, an einem lokalen PC nutzbar. Doch vieles ist unterwegs sehr viel n&uuml;tzlicher als zu Hause oder im B&uuml;ro.</p>
<p>
	Auch ich habe inzwischen ein (gebrauchtes) Smartphone und viele dieser Apps installiert. Ich finde sie sehr praktisch, und ich glaube, dass sie mich im Versuch unterst&uuml;tzen, m&ouml;glichst umweltschonend und fair zu leben. Meine E-Mails und Kontost&auml;nde rufe ich mit meinem Smartphone nicht ab. Ich brauche auch mal Pause.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>14-December-2011 18:42:34</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Mit Vollgas in die Sackgasse: Den Feldversuch mit Lang-Lkw kann sich Deutschland sparen]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/feldversuch-mit-lang-lkw-mit-vollgas-in-die-sackgasse</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/feldversuch-mit-lang-lkw-mit-vollgas-in-die-sackgasse</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Im kommenden Jahr werden vielerorts &uuml;berlange Lkw die Verkehrswege mit Autos, Radfahrern und Fug&auml;ngern teilen. Der Feldversuch soll die Alltagstauglichkeit der 44 Tonnen schweren "&Ouml;koliner" zeigen - das Projekt erweist sich jedoch schon im Vorfeld als Fehlversuch.</p>

<p>
	Das Bundeskabinett hat die Ampel f&uuml;r die Erprobung von Lang-Lkw auf bundesdeutschen Stra&szlig;en auf Gr&uuml;n gestellt. Im Fr&uuml;hjahr 2012 sollen im Feldversuch Lkw mit einer L&auml;nge bis zu 25,25 Metern und einem Maximalgewicht von 44 Tonnen ihre Tauglichkeit im Alltagsverkehr auf &ouml;ffentlichen Stra&szlig;en - vor allem Autobahnen - unter Beweis stellen. Vor einigen Jahren waren noch 60-Tonner in der Diskussion, jetzt sollen vier Tonnen mehr Zuladung die Stra&szlig;en vor dem Logistik-Kollaps retten. Die Gigaliner fahren also doch &ndash; mit derselben &Uuml;berl&auml;nge, aber beladen mit 16 Tonnen weniger. Was soll die &Uuml;bung? Verkehrsminister Ramsauer, CSU, sagt zum Beschluss <a href="http://www.bmvbs.de/SharedDocs/DE/Artikel/StB-LA/feldversuch-lang-lkw.html">auf der Website seines Ministeriums</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>&bdquo;Es wird keine 60-Tonner, keine &#39;Gigaliner&#39; oder &#39;Monstertrucks&#39; geben. Wo heute drei Lkw pro Tag unterwegs sind, sind es im Feldversuch nur zwei Lang-Lkw. Davon k&ouml;nnen Automobilzulieferer, die Lebensmittelbranche, Express-, Kurier- und Paketdienste profitieren.&ldquo;</em></p>
</blockquote>
<p>
	Das k&ouml;nnen sie bestimmt. Auch sollen die Lang-Lkw 15 bis 20 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen und entsprechend weniger Kohlendioxid aussto&szlig;en. Doch die Rechnung geht nicht auf: Sollten die Super-Lastwagen Standard werden, drohen hohe Folgekosten und Umweltsch&auml;den.</p>
<p>
	Die abgespeckten Gigaliner werden &ndash; anders als die urspr&uuml;nglich geplanten 60-Tonner &ndash; die meisten Br&uuml;cken in Deutschland risikolos &uuml;berfahren k&ouml;nnen. Doch braucht es keinen Feldversuch, um zu erkennen, dass viele Verkehrswege abseits der Autobahnen &ndash; schmale Land-und Kreisstra&szlig;en sowie vor allem enge Ortsstra&szlig;en und Kreisverkehre &ndash; nur schwer befahrbar sein werden. Die Kosten f&uuml;r Belastungspr&uuml;fungen und notwendige Stra&szlig;enausbauten tragen dann die Steuerzahler und die &Ouml;kobilanz der gerne euphemistisch als "&Ouml;koliner" bezeichneten Fahrzeuge w&auml;re ebenfalls dahin. F&uuml;r mich gibt es jedoch ein noch schwerwiegenderes Problem: Die Lang-Lkw sind Sicherheitsrisiko. Professor Ulf Zander, vom Institut f&uuml;r Stra&szlig;enwesen an der Universit&auml;t Siegen, sagt zu den Man&ouml;vrierf&auml;higkeiten eines Lang-LKWs in den <a href="http://www.vdi-nachrichten.com">&bdquo;VDI nachrichten&ldquo; </a>vom 18. November:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>&bdquo;Wer [...] in einen Kreisverkehr bei 6 Uhr rein und bei 3 Uhr wieder raus f&auml;hrt, kann [beim Herausfahren] schonmal auf die Gegenspur geraten. Viele Linkskurven stellen zudem ein nicht zu untersch&auml;tzendes Risiko dar. In gerade so ausreichend gro&szlig;en Kurven m&uuml;ssen Fahrer schon sehr gut sein, um sie zu schaffen.&ldquo;</em></p>
</blockquote>
<p>
	Auch sei das &Uuml;berholen eines rund 25 Meter langen Lkw bei hohem Tempo problematisch. Abseits der Autobahnen ist es wohl unm&ouml;glich: Wer schon mal auf einer Landstra&szlig;e versucht hat einen konventionellen Sattelzug mit maximal 18,75 Meter l&auml;nge zu &uuml;berholen, wei&szlig; das. Kritisch sieht Zander auch die Tatsache, dass die defacto Gigaliner schlichtweg &uuml;ber die erlaubten 44 Tonnen hinaus beladen werden k&ouml;nnten:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>&bdquo;Die haben ein enormes Ladevolumen, und wenn man sie beispielsweise mit R&uuml;ben schon leidlich vollpackt, ist der Laster schon zu voll.&ldquo;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</em></p>
</blockquote>
<p>
	Ein Missbrauch des m&ouml;glichen Laderaums ist aber in der Breite kaum zu kontrollieren. Zu schwere und falsche Beladung sind aber eine h&auml;ufige Ursache f&uuml;r Lkw-Unf&auml;lle. Vor allem werde der Beladevorgang erwiesenerma&szlig;en nicht richtig &uuml;berwacht, so Zander. Er schl&auml;gt vor:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>&bdquo;Es m&uuml;ssten in die LKW Sensoren eingebaut werden, die das Gewicht erfassen.&ldquo; </em></p>
</blockquote>
<p>
	Zudem, da sind sich Kritiker und Bef&uuml;rworter einig, braucht es f&uuml;r eine sichere Fahrt erfahrene Fahrer und serienm&auml;&szlig;ig technische Hilfen wie Spurhalteassistenten, Abstandsregeltempomaten und Notbremsassistenten. Ob diese berechtigten Vorscihtsma&szlig;nahmen jedoch helfen das Vertrauen der B&uuml;rger in die Lang-Lkw zu st&auml;rken, darf bezweifelt werden. Verkehrsminister Ramsauer sagt zum Feldversuch:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>&bdquo;Dies ist ein lernendes System. Jedes Land ist eingeladen, mitzumachen.&ldquo;</em></p>
</blockquote>
<p>
	Viele sind der Einladung bis jetzt nicht gefolgt: Gigaliner wird man nur in acht Bundesl&auml;ndern begegnen &ndash; in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Th&uuml;ringen, Hessen und Bayern. In Sachsen anhalt d&uuml;rfen allerdings nur nur Autobahnen betestet werden, auch in Hamburg gibt es eingeschr&auml;nkten Testverkehr.</p>
<p>
	<strong><u>UPDATE, 13.12.2011</u></strong><br />
	<br />
	Laut einer <a href="http://www.spdfraktion.de/cnt/rs/rs_dok/0,,59492,00.html">Pressemitteilung der SPD-Bundestagsfraktion</a> wollen die SPD gemeinsam mit den Gr&uuml;nen vor dem Bundesverfassunggericht gegen den von der Bundesregierung geplanten Gigaliner-Feldversuch klagen. Der Regierung h&auml;tte nicht die n&ouml;tige Zustimmung von Bundestag und Bundesl&auml;ndern eingeholt. Die Regierung erlie&szlig; lediglich eine Ausnahmegenehmigung. Ein Rechtsgutachten belege jedoch eindeutig, dass diese Ausnahme-Verordnung nicht ohne die Beteiligung von Bundesrat und Bundestag h&auml;tte auf den Weg gebracht werden d&uuml;rfen. Sie sei deshalb nichtig.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>12-December-2011 16:56:05</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Ein Tag wie ein Land]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/ein-tag-wie-ein-land</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/ein-tag-wie-ein-land</guid>
	
	
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Die Recherchereise dauert l&auml;nger, aber dieser Tag ist ihr Kondensat: Indiens Gegens&auml;tze kompakt.</p>

<p>
	Fr&uuml;hst&uuml;ck mit einem deutschen Automobil-Manager auf der Dachterrasse des Hotels. Ich lerne, dass &bdquo;Premium&ldquo; das aktuelle Neusprech-Wort f&uuml;r Luxus ist. Und, dass es in Indien fast unm&ouml;glich ist, an einen ad&auml;quaten Bodenbelag f&uuml;r Premium-Autoh&auml;user zu kommen. Indien ist ein schwieriger Markt f&uuml;r den Manager.</p>
<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/DSC_4320_1_320_483_s_c1.JPG" width="320" height="483" alt="" />
	</p>
<p>
	Von Delhi fliegen wir ein paar Stunden nach S&uuml;den. Von Udaipur geht es mit dem Auto weiter, diesmal zusammen mit einem indischen Manager. Er kommt aus der wohlsituierten Mittelschicht. Auch er hat sich einen schwierigen Markt ausgesucht. Der Startup-Unternehmer will unter anderem Solarlampen an Bewohner noch nicht elektrifizierter Gegenden verkaufen. Nach zwei Stunden kommen wir in einer an.</p>
<p>
	Von der Stra&szlig;e aus geht es &uuml;ber einen Pfad zu Fu&szlig; 100 Meter den Hang entlang. Das Bauernhaus ist nach vorne offen, rautenf&ouml;rmige Holzgitter sch&uuml;tzen vor Tieren und lassen Licht herein, wenn es hell ist. Jetzt ist es l&auml;ngst dunkel, die Sonne geht hier fr&uuml;h unter. Auf dem Sims brennt die schwache Flamme einer Kerosinlampe. Doch die acht wei&szlig;en LEDs einer Solarlampe erleuchten den Raum viel heller. Der Bauer hat sie f&uuml;r umgerechnet 35 Euro gekauft, damit seine Kinder abends lesen und die Frau im Licht besser kochen kann. Er zahlt das Geld in drei Monatsraten ab. Der Boden des Hauses ist aus Lehm.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>07-December-2011 18:10:29</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Gut so: Erkundung weiterer Endlager-Standorte beschlossen]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/gut-so-erkundung-weiterer-endlager-standorte-beschlossen</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/gut-so-erkundung-weiterer-endlager-standorte-beschlossen</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Dass neben Gorleben weitere m&ouml;gliche Endlager-Standorte gesucht werden sollen, ist richtig. Dass die Bev&ouml;lkerung nachher aus einer Liste den besten Standort ausw&auml;hlen soll, dagegen falsch.</p>

<p>
	<a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,797192,00.html">Nun sollen neben Gorleben also doch noch weitere Standorte erkundet werden</a>, die zu einem Endlager f&uuml;r hochradioaktiven Abfall ausgebaut werden k&ouml;nnten. Gut so.</p>
<p>
	W&auml;re Gorleben der einzige Standort geblieben und h&auml;tte die Erkundung ergeben, dass der Standort geeignet ist &ndash; die Wahrscheinlichkeit, dass Gorleben tats&auml;chlich zum deutschen Endlager f&uuml;r hochradioaktiven Abfall geworden w&auml;re, w&auml;re gering gewesen. Der Widerstand in der Bev&ouml;lkerung gegen Gorleben war und ist gro&szlig;. Die Entscheidung, nur Gorleben zu erkunden, ist nie richtig erkl&auml;rt worden. Die Bev&ouml;lkerung h&auml;tte nicht geglaubt, dass Gorleben tats&auml;chlich geeignet ist, sie h&auml;tte geglaubt, dass so lange getrickst und gemauschelt wurde, bis das gew&uuml;nschte Ergebnis fest stand. Auch h&auml;tte ein Gericht die Entscheidung kippen k&ouml;nnen, Gorleben zum Endlager auszubauen.</p>
<p>
	<strong>Alter Vorschlag</strong></p>
<p>
	Nun verk&uuml;ndet Umweltminister R&ouml;ttgen, dass es &bdquo;kein Tabu&ldquo; und &bdquo;eine wei&szlig;e Karte&ldquo; g&auml;be, auf der in allen Bundesl&auml;ndern nach m&ouml;glichen Standorten gesucht wird. Diese Vorgehensweise hat der Arbeitskreis Endlager schon unter der rot-gr&uuml;nen Koalition vorgeschlagen, doch in dieser Zeit ist lediglich beschlossen worden, Gorleben nicht weiter zu erkunden.</p>
<p>
	Dass nun zwei oder drei Standorte erkundet werden, erh&ouml;ht die Wahrscheinlichkeit, dass es in Deutschland in 30 bis 50 Jahren ein Endlager f&uuml;r hochradioaktive Abf&auml;lle geben wird. Zum einen d&uuml;rfte sich die <a href="http://viermann.info/blog/artikel/proteste-gegen-castor-transporte-greenpeace-gorleben-ungeeignet">Blockadehaltung einiger Kernenergiegegner</a> aufl&ouml;sen, denn mehr als mehrere Standorte im ganzen Land suchen, kann man nicht. Zum anderen wird ein im Vergleich gefundenes Endlager gesellschaftlich um einiges akzeptabler sein als eines, das man &bdquo;per Zufall gefunden&ldquo; oder &bdquo;aus Willk&uuml;r festgelegt&ldquo; hat.</p>
<p>
	<strong>Volksabstimmung &uuml;ber ein Endlager?</strong></p>
<p>
	<a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1601864/">Baden-W&uuml;rttembergs Ministerpr&auml;sident Kretschmann sagte in Deutschlandradio Kultur</a>, man k&ouml;nne nach der Erkundung mehrerer Standorte national dar&uuml;ber abstimmen lassen, welcher Standort zum Endlager werden soll.</p>
<p>
	Ich glaube nicht, dass das funktionieren wird. Denn erstens wird bei den meisten Menschen das NIMBY-Kriterium an oberster Stelle stehen: Not in my Backyard. Zweitens: Wie sollen Laien dar&uuml;ber abstimmen k&ouml;nnen, ob der eine Standort geeigneter ist als der andere? Daf&uuml;r gibt es Wissenschaftler-Gremien, die jahrelang diskutieren und abw&auml;gen.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>12-November-2011 11:44:33</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Greenpeace übertreibt: Standort Gorleben ist nicht &#8220;ungeeignet&#8221;]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/proteste-gegen-castor-transporte-greenpeace-gorleben-ungeeignet</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/proteste-gegen-castor-transporte-greenpeace-gorleben-ungeeignet</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Greenpeace sagt, Gorleben sei ungeeignet, ein sicheres Endlager f&uuml;r hochradioaktiven Abfall zu werden. Manche Politiker und Unternehmen sagen, Gorleben sei geeignet, ein solches Endlager zu werden. Beides ist noch nicht bewiesen.</p>

<p>
	Die Umweltorganisation Greenpeace berichtet &uuml;ber Proteste gegen geplante Castortransporte. Ohne hier eine Wertung in Sachen Kernenergie vornehmen zu wollen: <a href="http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/leuchtende_emxem_gegen_strahlenden_atommuell/">Die auf greenpeace.de ver&ouml;ffentlichte Nachricht </a>bedarf ein paar Erl&auml;uterungen.</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>Wenige Meter vom Zwischenlager in Gorleben entfernt versucht die Bundesregierung, auf Biegen und Brechen den ungeeigneten Salzstock als Endlager durchzusetzen.</em></p>
</blockquote>
<p>
	Dass Gorleben ungeeignet ist, behauptet Greenpeace seit Jahren. Bewiesen ist es bis heute nicht. Genauso wie es noch nicht bewiesen ist, dass Gorleben geeignet ist. Die Mehrheit der Endlager-Experten, <a href="http://www.entsorgungskommission.de/ausschuss-el/zusammensetzung-des-ausschusses-el/index.htm">zum Beispiel die Wissenschaftler in der Entsorgungskommission</a>, sagen: Gorleben muss weiter erkundet werden. Darunter befinden sich &uuml;brigens auch erkl&auml;rte Gegner der Nutzung der Kernenergie zur Energiegewinnung.</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>Es hat f&uuml;r diesen Salzstock nie ein wissenschaftliches Auswahlverfahren gegeben.</em></p>
</blockquote>
<p>
	Hier m&uuml;sste definiert werden, was ein &bdquo;wissenschaftliches Auswahlverfahren&ldquo; ist. In der Tat hat es nie eine Liste mit m&ouml;glichen Endlager-Standorten gegeben, aus der nach wissenschaftlichen Kriterien der beste ausgesucht wurde. Doch wie will man das auch machen, wenn die Standorte noch gar nicht erkundet sind? Bis heute, nach Jahren der Erkundung, wei&szlig; man nicht, ob Gorleben geeignet ist oder nicht.</p>
<p>
	Gorleben war in der Tat mehr eine politische als wissenschaftliche Entscheidung. Doch Entscheidungen dieser Art sind immer politisch &ndash; wenn das beste Endlager mitten im Ruhrgebiet l&auml;ge, w&uuml;rde man sich trotz der hohen Eignung dagegen entscheiden. Die Frage ist bei der Endlagersuche nicht: Wo ist das beste Endlager? Sondern: Welcher Standort ist technisch geeignet und politisch akzeptabel?</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>Dabei w&auml;re das bitter n&ouml;tig: Darunter liegt das gr&ouml;&szlig;te Gasvorkommen Deutschlands.</em></p>
</blockquote>
<p>
	Diese Aussage ist nicht bewiesen. In Deutschland gibt es viele Gasvorkommen, von denen man die tats&auml;chliche Gr&ouml;&szlig;e nicht kennt.</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>Auch im Salzstock selbst wurde dieses Gas schon gefunden. Das bedeutet, der Salzstock ist durchl&auml;ssig und eine sichere Lagerung radioaktiver Stoffe kann nicht gew&auml;hrleistet werden.</em></p>
</blockquote>
<p>
	Das stimmt so nicht. Dass sich Gas in der N&auml;he des Salzstocks befindet, ist seit langem bekannt. Ob es den Salzstock tats&auml;chlich zu einem ungeeigneten Endlager-Standort macht, ist noch nicht bewiesen.</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>Trotzdem halten Atomindustrie und Politik an diesem Standort fest. Riedl hierzu: "Mit jedem Castortransport wird der Salzstock Gorleben als Endlagerstandort zementiert. Das d&uuml;rfen wir nicht zulassen!"</em></p>
</blockquote>
<p>
	In der Tat hoffen die Energiekonzerne, die Kernkraftwerke betreiben, darauf, dass m&ouml;glichst schnell ein Endlager gefunden wird, schlie&szlig;lich bezahlen sie die Erkundung. Dass das privat betriebene Zwischenlager in Gorleben die meisten Castor-Beh&auml;lter aufnimmt, unterst&uuml;tzt diesen Wunsch. Dass dadurch aber auch die Entscheidungsfindung beeinflusst wird, hie&szlig;e, dass wissenschaftlich-technische Kriterien au&szlig;er Acht gelassen und stattdessen monet&auml;re Interessen verfolgt werden. Falls die von <a href="http://www.gorlebendialog.de/allgemein/aktuell/2.php">Umweltminister R&ouml;ttgen gestartete Transparenz-Kampagne</a> ehrlich und konsequent verfolgt wird, wird diese Missachtung wissenschaftlich-technischer Kriterien auffliegen.</p>
<p>
	Man kann aus guten Gr&uuml;nden gegen die Einlagerung von Castor-Beh&auml;lter ins Zwischenlager Gorleben sein, etwa, weil man in der N&auml;he wohnt, oder weil man bef&uuml;rchtet, Gorleben wird dadurch automatisch zum Endlager. Man muss dabei aber auch erkl&auml;ren k&ouml;nnen, warum die Castor-Beh&auml;lter woanders besser aufgehoben sind. Der Atomm&uuml;ll ist da. Man kann nicht gegen seinen Transport oder gegen seine Zwischen- und Endlagerung sein. Man kann nur dagegen sein, neuen Atomm&uuml;ll zu produzieren.</p>
<p>
	Warum es sinnvoll ist, neben Gorleben weitere Standorte zu erkunden, habe ich zusammen mit meinem Kollegen Martin Borr&eacute; <a href="http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=32667899">in Bild der Wissenschaft erl&auml;utert</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>Das Problem ist nicht, dass die Entscheidung auf Gorleben gefallen ist. Das Problem ist, dass nicht ehrlich genug, transparent genug und verst&auml;ndlich genug erkl&auml;rt wurde, warum. Bei vielen Menschen hat sich die Meinung verfestigt, dass die Entscheidung vor allem aus wirtschaftlich-politischen Machtinteressen heraus getroffen wurde. Und das macht Angst.</em></p>
	<p>
		<em>Die Aufgabe von Politikern und Wissenschaftlern ist es, den Menschen diese Angst zu nehmen. Dazu m&uuml;ssen sie Erkenntnisse und Entscheidungen transparent, nachvollziehbar und &uuml;berpr&uuml;fbar machen. Neben Gorleben muss noch ein zweiter, vielleicht auch ein dritter Standort erkundet werden. Denn selbst wenn Gorleben technisch gesehen ein sehr guter Standort sein sollte &ndash; die B&uuml;rger werden es weder glauben noch akzeptieren. Sie werden glauben, dass getrickst und gemauschelt wurde, bis das gew&uuml;nschte Ergebnis feststand. Die gro&szlig;en Energiekonzerne d&uuml;rften ein Interesse daran haben, dass Gorleben rasch zum Endlager gek&uuml;rt wird. Schlie&szlig;lich m&uuml;ssen sie die Erkundung von Endlagerstandorten bezahlen. Davon abgesehen k&ouml;nnten Gerichte die m&ouml;gliche Standortwahl Gorleben eines Tages kippen. Dann st&uuml;nde man wieder ganz am Anfang. Und der Atomm&uuml;ll w&auml;re immer noch da.</em></p>
</blockquote>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>07-November-2011 13:53:32</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Hello World: Erster Blogeintrag]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/hello-world-erster-blogeintrag</link>
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	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Willkommen beim neuen Viermann-Blog.</p>

<p>
	Viermann ist ein Redaktionsb&uuml;ro f&uuml;r Wissenschaft und Technik. Wir sind drei Technikjournalisten, die f&uuml;r Print, Radio und Online &uuml;ber Themen aus Wissenschaft und Technik berichten, jetzt auch in diesem Blog.</p>
<p>
	Wor&uuml;ber wir hier genau schreiben, wissen wir noch nicht. Manche Themen werden aber bestimmt mit unserer Recherche f&uuml;r Radio und Zeitung zu tun haben. Wir sprechen &ouml;fter mit Menschen, die interessante Dinge zu berichten haben. Viel zu oft k&ouml;nnen wir aber nur einen kleinen Teil des Gesagten in unseren Artikeln und Radiobeitr&auml;gen verwerten. Den "Rest" wollen wir ab sofort hier zum Beispiel als Audio- oder Video-Datei oder als verschriftliches Interview ver&ouml;ffentlichen.</p>
<p>
	Wir wollen uns &uuml;ber Entwicklungen in Wissenschaft und Technik aber auch eigene Gedanken machen und die hier mit der &Ouml;ffentlichkeit teilen.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>04-November-2011 10:10:11</dc:date>
	
</item>

    
</channel>
</rss>
