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<title>Das Viermann-Blog</title>
<link>http://viermann.info/</link>
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<language>de</language>
<pubDate>17-April-2012 09:34:23</pubDate>

<item>

	<title><![CDATA[Ohne Auto: Mein ganz persönliches Mobilitätskonzept]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/ohne-auto-mein-ganz-persoenliches-mobilitaetskonzept</link>
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	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Ich werde selten gefragt, ob ich ein Auto h&auml;tte und - nachdem ich diese Frage mit &ldquo;nein&rdquo; beantwortet habe - warum das denn so sei. Weil es aber doch immer mal wieder vorkommt, beschreibe ich hier einmal mein ganz pers&ouml;nliches Mobilit&auml;tskonzept.</p>

<p>
	Warum ich kein Auto habe? Kurz: Weil es f&uuml;r mich g&uuml;nstiger ist, keins zu haben und mir die neuen Mobilit&auml;ts-M&ouml;glichkeiten ausreichend Flexibilit&auml;t und Spielraum geben. (Ein Auto mit aktuellem Wert 8000 Euro w&uuml;rde mich inkl. Abschreibung und allen Fix- und variablen Kosten - ohne Benzin - knapp 200 Euro im Monat kosten. Nur, damit ich eins habe. Gefahren bin ich damit dann noch keinen Meter.)</p>
<p>
	Hier mein ganz pers&ouml;nliches Mobilit&auml;tskonzept (f&uuml;r die Stadt K&ouml;ln):</p>
<p>
	<strong>F&uuml;r kurze, innerst&auml;dtische Fahrten ohne viel Gep&auml;ck</strong> nehme ich fast immer das Fahrrad. Deshalb habe ich auch immer einen Rucksack dabei, in dem sich Regensachen, Spanngurt und Licht befinden. Man wei&szlig; ja nie. Sollte mein Fahrrad kaputt sein, oder ich brauche ein zweites, kann ich in K&ouml;ln gl&uuml;cklicherweise den praktischen Fahrrad-Sharing-Service <a href="http://www.callabike-interaktiv.de/">Call-a-Bike</a> nutzen. Bus und Bahn spielen nat&uuml;rlich auch noch eine Rolle, wenn auch eine kleine. Das Taxi nutze ich sehr selten. Ist einfach nicht n&ouml;tig in K&ouml;ln, wo die U-Bahnen fast immer fahren.</p>
<p>
	Verbesserungsvorschl&auml;ge: Mehr und besser ausgebaute Fahrradwege. Mehr Fahrrad-Sharing-Angebote.</p>
<p>
	<strong>F&uuml;r kurze, innerst&auml;dtische Fahrten mit viel Gep&auml;ck</strong> bietet sich das Carsharing an - ich habe das Gl&uuml;ck, bei mir um die Ecke einen <a href="http://www.flinkster.de/">Flinkster</a>-Standort zu haben, bei dem ich bisher immer ein Auto bekommen habe. F&uuml;r Fahrten innerhalb der Stadt, die nicht l&auml;nger als ein, zwei Stunden dauern, ist Carsharing optimal. Ich habe noch nie mehr als 12 Euro f&uuml;r ein Mal Fahren bezahlt. <a href="http://www.carsharing.de/index.php?option=com_filialen&amp;Itemid=41">Andere Carsharing-Anbieter</a> habe ich noch nicht ausprobiert, was man so h&ouml;rt, funktionieren die aber auch gut.</p>
<p>
	Verbesserungsvorschl&auml;ge: Man sollte die Autos (wie die Call-a-Bike-Fahrr&auml;der) &uuml;berall&nbsp; zur&uuml;ckgeben k&ouml;nnen. In Ulm kann das im sehr gut angenommenen System <a href="http://www.car2go.com/ulm/de/">Car2Go</a> so gemacht werden.</p>
<p>
	<strong>F&uuml;r mittel-lange Strecken</strong> (10 bis 100 Kilometer) nutze ich am h&auml;ufigsten Stra&szlig;enbahn und S-Bahn bzw. Regionalexpress. Die Preise finde ich akzeptabel, auch wenn die Flexibilit&auml;t wegen fester Haltestellen und Fahrzeiten ziemlich eingeschr&auml;nkt ist, besonders in den Nebenverkehrszeiten. Ich hoffe sehr auf einen Erfolg von Systemen wie <a href="https://www.flinc.org/">Flinc</a> (spontan vermittelte Mitfahrgelegenheiten), die genau f&uuml;r solche Strecken konzipiert sind. Meines Erachtens nach hat das Auto f&uuml;r diese Art von Strecken die gr&ouml;&szlig;ten St&auml;rken und Car-Sharing und Autovermietung die gr&ouml;&szlig;ten Schw&auml;chen. Car-Sharing ist teuer, wenn man viele Kilometer f&auml;hrt (ich sag mal mehr als 20), Autovermietung dann, wenn man ein Auto f&uuml;r eine relativ kurze Strecke (weniger als 150) einen ganzen Tag mieten muss.</p>
<p>
	<strong>Lange Strecken:</strong> Gerne die Bahn (wobei die Preise ohne Bahncard 50 meines Erachtens viel zu hoch sind), Mitfahrgelegenheit (bei gr&ouml;&szlig;eren St&auml;dten finde ich fast immer eine) oder auch Mietwagen. Bahn ist f&uuml;r mich unschlagbar in Sachen Komfort (seit es in den meisten ICs und ICEs Steckdosen gibt und die Sitze so bequem geworden sind), Mitfahrgelegenheit im Preis, Mietwagen in der Flexibilit&auml;t. Aber auch preislich finde ich Mietwagen fair. &Uuml;ber die Plattform <a href="http://www.billiger-mietwagen.de">billiger-mietwagen.de</a> habe ich vergangenes Jahr einen nagelneuen VW Passat inkl. Navi f&uuml;r meinen Urlaub gemietet. Alle Kilometer frei, 14 Tage, 460 Euro inkl. Versicherungsschutz f&uuml;r &Ouml;sterreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg. Durchschnittsverbrauch: Unter f&uuml;nf Liter Diesel. Mietwagen lohnen sich meines Erachtens aber nur, wenn man viele Kilometer f&auml;hrt.</p>
<p>
	In letzter Zeit haben sich auch Plattformen wie <a href="http://www.tamyca.de/">Tamyca</a> etabliert - <a href="https://www.google.de/search?hl=de&amp;q=privates+carsharing">Websites, auf denen Privat-PKW ver- und gemietet werden k&ouml;nnen</a>. Diesen Service habe ich noch nicht genutzt, das werde ich aber mal ausprobieren. F&ouml;rdernd f&uuml;r diesen Service sollte eine <a href="http://www.deutsche-startups.de/2012/04/16/carsharing-carzapp/">aktuelle Entwicklung sein, die es erm&ouml;glicht, sein Auto ohne Schl&uuml;ssel&uuml;bergabe zu vermieten</a>. Sinnvoll ist das Vermieten des Privat-PKW aus denselben Gr&uuml;nden, warum ein kommerzielles Carsharing sinnvoll ist: Die Standzeiten werden verk&uuml;rzt, in denen ein Auto nicht genutzt wird, aber trotzdem kostet.</p>
<p>
	Verbesserungsvorschl&auml;ge: Bahn-Preise f&uuml;r Langstrecken verringern. Sonderz&uuml;ge einsetzen bei erh&ouml;htem Verkehrsaufkommen. Generell k&ouml;nnte die Bahn mal dar&uuml;ber nachdenken, wie sie von ihrem starren Wir-fahren-nur-nach-Fahrplan-System wegkommt hin zu <a href="http://viermann.info/blog/artikel/das-handy-als-bahnticket">mehr Flexibilit&auml;t, die die modernen Kommunikationssysteme so mit sich bringen</a>.</p>
<p>
	<strong>Insgesamt </strong>bin ich mit den Mobilit&auml;ts-M&ouml;glichkeiten in Gro&szlig;st&auml;dten wie K&ouml;ln schon sehr zufrieden. Wie gesagt hoffe ich auf den Erfolg von Systemen wie Flinc, sodass man noch mehr als bisher Mitfahrgelegenheiten anbieten und nutzen kann, auch f&uuml;r kurze und mittel-lange Strecken. Bleibt noch die Frage, wie man all diese M&ouml;glichkeiten miteinander verbinden kann, etwa in Sachen Planung und Bezahlung. W&auml;re es nicht praktisch, wenn man von A nach B f&auml;hrt, dabei verschiedene Verkehrsmittel nutzt und am Ende auf seinem Smartphone auf einen Knopf dr&uuml;ckt &ldquo;Bezahlen&rdquo;?</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>17-April-2012 09:34:23</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Freiheit führt zu Unzufriedenheit]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/freiheit-fuehrt-zu-unzufriedenheit</link>
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	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Der Psychologe Bas Kast pl&auml;diert f&uuml;r feste Bindungen wie Familie und Partnerschaften. Sie w&uuml;rden die pers&ouml;nlichen Entscheidungsoptionen einschr&auml;nken &ndash; und damit die Zufriedenheit steigern.</p>
<p>
	</p>
<p>
	In der <a href="http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/inhalt/aktuelles_heft.html">aktuellen Ausgabe der Zeitschrift &bdquo;bild der wissenschaft&ldquo;</a> ist ein Interview mit dem Psychologen und Buchautor <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bas_Kast">Bas Kast</a> zu lesen. Er erz&auml;hlt dar&uuml;ber, dass mehr Freiheit nicht unbedingt gl&uuml;cklicher macht &ndash; wegen der Qual der Wahl. Sein Beispiel: In einer Eisdiele mit drei verschiedenen Eissorten w&auml;hlt man zwei, isst sie, ist gl&uuml;cklich. In einer Eisdiele mit 200 verschiedenen Eissorten kann man 198 nicht essen &ndash; und erntet damit das Gef&uuml;hl, etwas verpasst zu haben.</p>
<p>
	Ich musste lachen, als ich das las. Weil ich ziemlich genau diese Situation einmal erlebt habe.</p>
<p>
	Ich war mit Freunden in Frankreich im Urlaub. Eine von ihnen wollte ein Eis, ging in die Eisdiele, kam ohne Eis wieder heraus. &bdquo;Ich konnte mich nicht entscheiden. Und wenn ich mich entschieden h&auml;tte, h&auml;tte ich danach immer das Gef&uuml;hl gehabt, dass die anderen Eissorten vielleicht doch die besseren gewesen w&auml;ren. Also habe ich lieber keins genommen.&ldquo;</p>
<p>
	Ist das nicht verr&uuml;ckt? Eine gr&ouml;&szlig;ere Auswahl f&uuml;hrt dazu, dass man lieber gar nichts kauft. Oder nach dem Kauf, um bei diesem Beispiel zu bleiben, mit der Entscheidung ungl&uuml;cklich ist. (Man spricht auch von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kaufreue">"Kaufreue"</a>.)</p>
<p>
	Ich kenne dieses Problem auch, in erster Linie bei technischen Ger&auml;ten, die mit verschiedenen Eigenschaften ausgestattet sind. Welche Eigeschaften ich brauche, kann ich noch relativ leicht entscheiden. Welche Kombination verschiedener Eigenschaften (und meistens gibt es kein Ger&auml;t, dass alle gewollten Eigenschaft perfekt vereint) die passendste f&uuml;r mich ist &ndash; da tue ich mich schwer.</p>
<p>
	Um diesem Dilemma wenigstens ein wenig zu entkommen, habe ich f&uuml;r mich beschlossen, jede Entscheidung, die ich treffe, per se erstmal gut zu finden. Das f&uuml;hrt mitunter dazu, dass Entscheidungsprozesse bei mir ziemlich lange dauern, weil ich vorher wei&szlig;, dass ich die Entscheidung dann gut finden muss, will und werde. Wenn ich mich dann aber entschieden habe, &auml;rgere ich mich nicht &uuml;ber potentiell entgangene andere M&ouml;glichkeiten &ndash; sondern freue mich &uuml;ber das, was ich getan, gekauft, was auch immer gemacht habe.</p>
<p>
	Freilich gibt es Entscheidungen, die sich im Nachhinein als falsch erweisen. Das bekommt man in der Regel aber von ganz alleine mit, auch ohne Gr&uuml;beln und Zweifeln, ob die andere Entscheidung nicht vielleicht doch die bessere gewesen w&auml;re. Das Gr&uuml;beln fand im besten Fall ja vor der Entscheidung statt.</p>
<p>
	Der Psychologe Bas Kast pl&auml;diert im gr&ouml;&szlig;eren Sinne &uuml;brigens f&uuml;r feste Bindungen. Freunde, Liebespartner, Kinder, Haustiere &ndash; diese Bindungen w&uuml;rden die pers&ouml;nliche Freiheit im Sinne der Entscheidungsoptionen einschr&auml;nken. Und genau das f&uuml;hre zu einer h&ouml;heren Zufriedenheit. Die Qual der Wahl ist kleiner geworden.</p>
<p>
	Bei der Auswahl der richtigen Eissorte kann das aber auch nicht helfen.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>13-April-2012 10:46:59</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Brückenwunder]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/brueckenwunder</link>
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	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Br&uuml;cken sind bemerkenswert. Sie geh&ouml;ren zu den gr&ouml;&szlig;ten Bauten, die der Mensch geschaffen hat. Sie sind Landmarken und Markenzeichen f&uuml;r St&auml;dte, in ihren Baustilen sind sie Ikonen ihrer Zeit und sie verbinden &Auml;sthetik und Technik auf so klare Weise wie keine anderen Bauwerke. Mit <em>"Bridges &ndash; The science and art of the world&#39;s most inspiring structures"</em> ist nun ein lesenswertes Buch zum Thema erschienen.</p>

<p>
	F&uuml;r die &Auml;sthetik von Br&uuml;cken sind dabei nur zum Teil die Architekten verantwortlich. Die Statik, die Physik, das komplexe Zusammenspiel von Holz, Steinen, Beton und Stahl &ndash; das sind die eigentlichen Ursachen f&uuml;r die als nat&uuml;rlich empfundene Sch&ouml;nheit und Eleganz, die Br&uuml;cken ausstrahlen. Und Br&uuml;cken &uuml;berwinden Grenzen: geographische und kulturelle. Sie stehen f&uuml;r Fortschritt, Freiheit und Weltoffenheit, sie verbinden Menschen und er&ouml;ffnen ihnen neue Wege.</p>
<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/Bridges_Cover_320_505_s_c1.jpg" width="320" height="505" alt="" />
	</p>
<p>
	Dieser einzigartigen Verbindung von Wissenschaft, (Bau-)Kunst und Kultur widmet sich der Brite David Blockley, ehemaliger Professor f&uuml;r Bauingenieurswesen an der Universit&auml;t Cambridge, in seinem lehrreichen Buch <em>&bdquo;Bridges &ndash; The science and art of the world&#39;s most inspiring structures&ldquo;</em>*. Ich bin auf das Buch w&auml;hrend meiner Recherchen zum Thema <em>&bdquo;Neue Werkstoffe f&uuml;r alte Br&uuml;cken&ldquo;</em> gesto&szlig;en (Artikel nachzulesen u.a. hier in &bdquo;<a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen/ingenieurkunst-bruecken-die-noch-lange-halten/6366364.html">Der Tagesspiegel</a>&ldquo; und &bdquo;<a href="http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=32320576">bild der wissenschaft</a>&ldquo; ).&nbsp;&nbsp;</p>
<p>
	Von den stabilen wie formsch&ouml;nen Steinbr&uuml;cken der R&ouml;mer, &uuml;ber Michelangelos Stege f&uuml;r die <a href="http://www.vatican.va/various/cappelle/sistina_vr/index.html">Ausmaler der Sixtinischen Kapelle</a> bis hin zur wabbeligen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Millennium_Bridge_%28London%29">Millenium Bridge in London</a> &ndash; Blockley verkn&uuml;pft Anekdoten aus der Geschichte des Br&uuml;ckenbaus, um die Konstruktionsweisen, die Eigenschaften der Werkstoffe und die physikalischen Grundlagen zu erkl&auml;ren. Dabei gewinnt der Leser die Erkenntnis, dass moderne Hightech-Br&uuml;cken wie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akashi-Kaiky%C5%8D-Br%C3%BCcke">Akashi-Kaikyo-Br&uuml;cke</a> im japanischen Kobe das Ergebnis eines Jahrtausende w&auml;hrenden Lernprozesses sind, in dem das Zusammenwirken von Trossen, Balken, Pfeilern auf der einen und Wind, Regen, Schnee, Untergrund und Verkehr auf der anderen Seite vom Menschen jedesmal neu ausbalanciert werden muss.</p>
<p>
	Dass dies nicht immer gelingt &ndash; auch das zeigt dieses Buch. Spektakul&auml;re Br&uuml;ckenkollapse wie der<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Interstate-35W-Mississippi-River-Br%C3%BCcke"> Zusammenbruch der Br&uuml;cke &uuml;ber den Interstate 35 in Minneapolis</a> im Jahr 2007 oder die Ursache f&uuml;r das Aufschaukeln von David Fosters&#39; Millenium Bridge werden unter die Lupe genommen und anschaulich erkl&auml;rt.</p>
<p>
	An manchen Stellen &auml;hnelt das Buch etwas zu sehr einem Hochbau-Seminar, daf&uuml;r h&auml;tten die Darstellungen zur Baugeschichte und die Ausf&uuml;hrungen zu einzelnen Bauwerken gerne ausf&uuml;hrlicher ausfallen d&uuml;rfen. Doch die Lekt&uuml;re lohnt sich: Wer dieses Buch gelesen hat und dann &uuml;ber eine Br&uuml;cke geht oder unter ihr durch, wird diese besonderen Bauwerke nicht nur bewundern, sondern auch verstehen k&ouml;nnen.</p>
<p>
	_______________________________________________________________</p>
<p>
	<br />
	<strong>*Bridges - The science and art of the world&#39;s most inspiring structures</strong><br />
	<br />
	Oxford University Press 2012<br />
	Sprache: Englisch<br />
	ISBN-10: 0199645728<br />
	ISBN-13: 978-0199645725</p>
<p>
	Taschenbuch: 13,99 Euro</p>
<p>
	&nbsp;</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>28-March-2012 14:43:37</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Das Handy als Bahnticket]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/das-handy-als-bahnticket</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/das-handy-als-bahnticket</guid>
	
	
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Wie Touch&amp;Travel funktioniert und was es mit NFC zu tun hat.</p>

<p>
	Berichte &uuml;ber die Ausweitung des Touch&amp;Travel-Systems der Deutschen Bahn auf O2-Kunden (<a href="http://www.telefonica.de/news/303/msg/17647/touch-travel-bei-o2-bus-und-bahntickets-fuer-smartphones.html">Pressemitteilung</a>) verwirren heute manchen <a href="http://www.heise.de/mobil/newsticker/foren/S-NFC-Das-Handy-als-Reiseticket/forum-222996/list/">Leser</a>. Tats&auml;chlich ger&auml;t in den Artikeln manches <a href="http://www.heise.de/mobil/meldung/NFC-Das-Handy-als-Reiseticket-1444092.html">durcheinander</a> und wird zu <a href="http://www.areamobile.de/news/21002-touch-travel-bei-o2-bus-und-bahntickets-per-smartphone-kaufen">verk&uuml;rzt</a> dargestellt. Allerdings ist die Deutsche Bahn nicht ganz unschuldig daran, da sie unter dem Namen Touch&amp;Travel zuerst ein System getestet und dann ein anderes eingef&uuml;hrt hat. Da ich die verschiedenen Auspr&auml;gungen von Touch&amp;Travel getestet habe, m&ouml;chte ich hier kurz f&uuml;r Aufkl&auml;rung sorgen.</p>
<p>
	<strong>Touch&amp;Travel mit NFC</strong></p>
<p>
	2008 hat die Deutsche Bahn einen Pilotversuch mit NFC-Technik gestartet. NFC ist ein Kurzstreckenfunk, der ber&uuml;hrungslose Daten&uuml;bertragung &uuml;ber kurze Distanzen erm&ouml;glicht. Testkunden der Bahn erhielten ein NFC-Handy von Nokia mit vorinstallierter Java-App. Auf bestimmten Strecken konnte damit ein Ticket gebucht werden. Dazu gen&uuml;gte es, die App zu starten und das Handy vor der Abfahrt gegen einen so genannten Touchpoint am Bahnhof zu halten. Am Zielbahnhof wurde die Fahrt duch die gleiche Prozedur beendet. W&auml;hrend der Fahrt musste das Handy die ganze Zeit eingeschaltet sein.</p>
<p>
	Der Pilottest endete Ende 2010, seither vermarktet die Bahn NFC nicht mehr aktiv, das System ist aber mit den Handys aus dem Pilottest wohl noch funktionsf&auml;hig. Auf der Touch&amp;Travel-Website taucht NFC nur noch am Rande auf - und zwar am unteren der <a href="http://www.touchandtravel.de/touchandtravel/faq">FAQ-Seite</a> und der <a href="http://www.touchandtravel.de/publikationen/downloads">Download-Seite</a>.</p>
<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/touch_180_270_s_c1.PNG" width="180" height="270" alt="" />
	</p>
<p>
	<strong>Touch&amp;Travel auf dem Smartphone</strong></p>
<p>
	Die aktuell f&uuml;r iPhone und Android-Smartphones angebotenen Apps nutzen ggf. in den Smartphones verbaute NFC-Chips nicht. Die Ortung am Anfang und am Ende der Fahrt muss daher auf anderem Wege stattfinden:</p>
<ul>
	<li>
		Standortbestimmung per GPS und Bahnhofswahl aus einer Liste</li>
	<li>
		Nummer des Kontaktpunkts eingeben (so hei&szlig;en Touchpoints jetzt)</li>
	<li>
		Einen QR-Code auf dem Kontaktpunkt einscannen (habe noch nie einen Kontaktpunkt mit Code gesehen)</li>
	<li>
		Manuelle Eingabe des Bahnhofsnamens</li>
</ul>
<p>
	Ein Update der App k&ouml;nnte die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r NFC selbstverst&auml;ndlich nachr&uuml;sten, sobald NFC-Smartphones weiter verbreitet sind. Dann k&ouml;nnten die Tickets auch per NFC ausgelesen werden, indem das Handy einfach gegen das Kontrollger&auml;t gehalten wird. Momentan schl&auml;gt das optische Abscannen der Ticket-Codes vom Smartphone-Display &ouml;fter fehl.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>28-February-2012 13:33:16</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Gegenentwürfe zu ACTA]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/gegenentwuerfe-zu-acta</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/gegenentwuerfe-zu-acta</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Nur gegen ACTA sein, gen&uuml;gt vielen anscheinend nicht mehr. Im Netz entstehen daher gemeinschaftliche Gegenentw&uuml;rfe.</p>

<p>
	Aus Deutschland kommt das Manifest <a href="http://contracta.info/">ContrACTA</a>, Nutzer der amerikanischen Plattform Reddit arbeiten gemeinsam am <a href="http://www.reddit.com/r/fia/comments/p25k0/the_free_internet_act/">Free Internet Act</a>. Mit den Initiatoren dieser beiden Regelwerke habe ich Interviews gef&uuml;hrt, deren Essenz ist in <a href="http://breitband.dradio.de/acta-tagesschau-app-online-auftritt-wie-sollte-sich-offentlich-rechtlicher-rundfunk-positionieren/">Breitband</a> zu <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/02/25/drk_20120225_1405_d10ad90c.mp3">h&ouml;ren</a> gewesen. Die anderen Interviews aus der Sendung, <a href="http://soundcloud.com/breitband/dr-till-kreutzer-zum-acta">das mit Till Kreutzer</a> und <a href="http://soundcloud.com/breitband/juergen-doetz-vprt">das mit J&uuml;rgen Doetz</a> von der Deutschen Content Allianz, stehen schon komplett online, hier folgen meine:</p>
<p>
	<iframe allowtransparency="true" frameborder="0" height="410" src="http://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/v=2/album=1994553710/size=grande3/bgcol=FFFFFF/linkcol=4285BB/" style="position: relative; display: block; width: 300px; height: 410px;" width="300">&amp;amp;amp;amp;amp;lt;a data-cke-saved-href="http://viermann.bandcamp.com/album/acta" href="http://viermann.bandcamp.com/album/acta"&amp;amp;amp;amp;amp;gt;ACTA by Viermann&amp;amp;amp;amp;amp;lt;/a&amp;amp;amp;amp;amp;gt;</iframe></p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>25-February-2012 17:10:00</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Journalist gegen ACTA]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/journalist-gegen-acta</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/journalist-gegen-acta</guid>
	
	
	
	
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Wie ich ungewollt eine politische Aussage bei Facebook gemacht habe.</p>

<p>
	Ich bin kein unpolitischer Mensch, aber als Journalist halte ich mich mit politischen Aussagen in der &Ouml;ffentlichkeit zur&uuml;ck. Ich bin aus gutem Grund in keiner Partei und habe auch noch nicht verstanden, wie man das als Journalist sein kann. Ich m&ouml;chte meine Glaubw&uuml;rdigkeit als unabh&auml;ngig berichtender Journalist nicht aufs Spiel setzen, gleichwohl muss jedem klar sein, dass auch ein Journalist (mindestens) eine Meinung hat.</p>
<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/journalistengegenACTA_320_83_s_c1.png" width="320" height="83" alt="" />
	</p>
<p>
	Am Wochenende habe ich unabsichtlich eine Meinung zu ACTA ge&auml;u&szlig;ert. Seit einiger Zeit ist es bei Facebook so, dass Freunde einen zu Gruppen hinzuf&uuml;gen k&ouml;nnen, ohne dass man das best&auml;tigen muss. So landete ich in der &ouml;ffentlichen <a href="https://www.facebook.com/groups/360201097331640/">Gruppe &bdquo;Journalisten gegen ACTA&ldquo;</a>. Ich wei&szlig; nicht, ob das eine der Gruppen ist, in denen man nur Mitglied ist, um ein Statement zu machen (daf&uuml;r w&auml;re eigentlich eine Facebook-Seite geeigneter), oder ob dort tats&auml;chlich diskutiert oder Protest organisiert werden soll. Jedenfalls hat mir die &uuml;berraschende Mitgliedschaft, die mir ein Freund verpasst hat, abverlangt, dass ich mich irgendwie zu dieser Gruppe verhalten muss.</p>
<p>
	Ich habe mich daf&uuml;r entschieden, in der Gruppe zu bleiben. Ich kann gegen ACTA sein und trotzdem ausgewogen &uuml;ber ACTA berichten. Denn wenn ich &uuml;ber ACTA berichte, bin ich Journalist. Wenn ich ACTA kritisiere, bin ich <a href="http://www.denkding.de/2012/02/liebe-deutsche-content-allianz/">Urheber</a>. Diesen inneren Konflikt muss ich aushalten, so wie die ARD es aushalten muss, <a href="http://www.presseportal.de/pm/6895/2200327/acta-abkommen-deutsche-content-allianz-fordert-bundesregierung-zur-konsistenten-positionierung-zum/gn">f&uuml;r ACTA</a> zu sein und gleichzeitig <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1681211/">ACTA-kritische Kommentare</a> ("mittelalterlich anmutende Gesetzeskeule") zu senden. Daher sollte die ARD es auch aushalten, einen ACTA-kritischen Urheber weiterhin mit ausgewogener Berichterstattung zu beauftragen. Denn wenn ich die Haltung der ARD und des ZDF zu ACTA kritisiere, dann bin ich als deren Mitarbeiter ein von diesen Sendern einigerma&szlig;en abh&auml;ngiger Urheber. Ich hoffe also, dass H&ouml;rer, Redakteure und Chefs unterscheiden k&ouml;nnen zwischen mir als Journalist, Urheber und Mitarbeiter.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>20-February-2012 15:21:09</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Die Menschheit befindet sich im kritischsten Entwicklungsgrad einer Zivilisation]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/die-menschheit-befindet-sich-im-kritischsten-entwicklungsgrad-einer-zivilis</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/die-menschheit-befindet-sich-im-kritischsten-entwicklungsgrad-einer-zivilis</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Die Menschheit muss den &Uuml;bergang zu einer globalisierten, toleranten, pluralistischen Welt schaffen, in denen die komplette Energiemenge der Erde genutzt werden kann. Sie w&auml;re dann eine Typ-1-Zivilisation. Der Weg dorthin ist schwer.</p>

<p>
	Gibt es au&szlig;er auf der Erde irgendwo da drau&szlig;en im Universum Leben? Bisher haben wir, die Menschen, keines gefunden. Und bisher wurden wir auch von niemanden gefunden. Und falls doch, haben wir das nicht mitbekommen.</p>
<p>
	Dass es kein Leben au&szlig;er den Menschen gibt, ist sehr sehr unwahrscheinlich. Daf&uuml;r braucht man nur diese eine Zahl: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stern#R.C3.A4umliche_Verteilung_und_Dynamik_der_Sterne">Alleine im sichtbaren Universum gibt es sch&auml;tzungsweise 70 Trilliarden Sterne.</a> Und noch mehr Planeten. Da wird sich ja wohl einer finden, auf dem Leben entstanden ist. Die physikalischen Grundlagen sind jedenfalls im gesamten Universum dieselben, da sind sich die Wissenschaftler sicher. Es gibt &uuml;berall Atome, &uuml;berall die Massenanziehung, Elektromagnetismus und die Gesetze der Quantenphysik - also auch das Potential, dass so etwas wie Lebewesen entstehen kann. Vielleicht ja sogar irgendwelche Lebewesen, die mit Intelligenz, Seele, Kultur ausgestattet sind, oder wie man auch immer den Unterschied zwischen Tier und Mensch bezeichnen will.</p>
<p>
	Warum aber haben wir keine konkreten Hinweise auf au&szlig;erirdisches Leben? Es k&ouml;nnte einfach an der Entfernung liegen, die zwischen uns und dem Planeten liegt, auf dem die Au&szlig;erirdischen leben. Vielleicht gibt es aber noch einen anderen Grund, einen, &uuml;ber den es sich nachzudenken lohnt, einen, der auch uns Menschen betrifft: Vielleicht hat es andere Zivilisationen ja schon gegeben - und nochmal vielleicht haben sie es einfach nicht zum Zivilisationstyp 1 geschafft. Vielleicht sind sie am Zivilisationsentwicklungsgrad 0,7-0,9 gescheitert. Das ist einer der kritischsten Entwicklungsgrade, den eine Zivilisation erreichen kann. Und, Achtung: Genau an diesem Punkt befindet sich die Menschheit auf der Erde im Moment.</p>
<p>
	Diese Aussage stammt nicht von mir, sondern von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michio_Kaku">Michio Kaku</a>, einem US-amerikanischen Professor f&uuml;r theoretische Physik. Ich kannte ihn nicht, bevor ich <a href="http://bigthink.com/ideas/26650">dieses Video</a> von ihm gefunden habe, das mich veranlasst hat, diesen Blog-Eintrag zu schreiben. Eine schnelle Recherche brachte mich zu <a href="http://bigthink.com/users/michiokaku">weiteren Videos</a>, in denen er etwas sagt - ich war und bin begeistert. Selten habe ich einen Wissenschaftler so interessant, eloquent und verst&auml;ndlich reden h&ouml;ren, wie Michio Kaku.</p>
<p>
	Ein Bekannter von mir, der sich gut auskennt im Bereich der Astronomie, sagte mir, Michio Kaku sei "ein guter popularisierender Autor, als Forscher aber nicht sehr herausragend".* Das ist an dieser Stelle aber nicht weiter schlimm, denn was Kaku sagt, h&auml;tte auch ein anderer sagen k&ouml;nnen. Nun hat Kaku es gesagt, also wird er hier als Urheber der folgenden Gedanken genannt.</p>
<p>
	<a href="http://bigthink.com/ideas/26650">Laut Kaku befindet sich die Menschheit gerade im &Uuml;bergang von Zivilisationstyp 0 auf Zivilisationstyp 1</a>. Diese Typen hat nicht er aufgestellt, sondern der russische Astronom Nikolai Kardaschow. Nach ihm benannt ist die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kardaschow-Skala">Kardaschow-Skala</a>, die die Entwicklungsstufe extraterrestrischer Zivilisationen nach deren Energievebrauch einordnet:</p>
<ul>
	<li>
		Typ 1: Die Zivilisation ist in der Lage, die komplette auf dem eigenen Planten verf&uuml;gbare Energie zu nutzen.</li>
	<li>
		Typ 2: Die Zivilisation ist in der Lage, die komplette Energie des Zentralsterns zu nutzen.</li>
	<li>
		Typ 3: Die Zivilisation ist in der Lage, die komplette Energie der Galaxie zu nutzen.</li>
</ul>
<p>
	Wie <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:KScale.svg&amp;filetimestamp=20080820001605">hier in einem Karadschow-Diagramm</a> zu sehen, befindet sich die Menschheit gerade bei Entwicklungsgrad 0,72. Im Jahr 1900 lagen wir noch bei etwa 0,58.</p>
<p>
	Welche Aussage aber hat dieser Entwicklungsgrad? Wie viel Energie eine Zivilisation nutzt bzw. nutzen kann, ist doch eigentlich egal. Nach Aussage von Michio Kaku nicht. Kaku sagt:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>If you are a 0.7 civilization, that means you are about 100 years from attaining Type 1 status. This means we can see evidence of this everywhere we go. The internet is the beginning of a Type 1 telephone system. We&rsquo;re privileged to be alive to witness the beginning of a telephone system of the next hundred years.</em></p>
	<p>
		<em>The European Union is the beginning of a Type 1 economy. (...) English will probably be the planetary language, you can go anywhere on the planet Earth and the educated already speak English. (...) We&rsquo;re seeing the beginning of a planetary culture. Everywhere you go you see rock n&rsquo; roll, you see Gucci bags, you see high fashion. (...) You see the beginning of planetary sports, the Olympics, soccer games.</em></p>
</blockquote>
<p>
	Wenn ich Kaku richtig verstehe, zeichnet sich eine Typ-1-Zivilisation also nicht nur dadurch aus, dass sie sich die komplette verf&uuml;gbare Energie des eigenen Planeten zunutze macht (und nebenbei auch alle m&ouml;glichen Naturereignisse wie Vulkanausbr&uuml;che und Erdbeben kontrollieren kann). Sie zeichnet sich durch eine generelle Globalisierung aus (die Erde ist, so Kaku, "planetary" geworden). Das Internet (das Telefonsystem einer Typ-1-Zivilisation), eine Weltsprache, eine Weltkultur, eine Weltwirtschaft, weltweite sportliche Wettbewerbe - das alles sind Anzeichen daf&uuml;r, dass unsere Typ-0-Zivilisation auf dem Weg zur Typ-1-Zivilisation ist.</p>
<p>
	Aber (Kaku):</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>Now this doesn&rsquo;t mean that the transition to Type 1 is going to be easy because there are forces that are opposed to this transition to a planetary civilization. Look at nuclear proliferation. (...) Not only that, but terrorism is fundamentally based on living in a society opposed to Type 1. A Type 1 civilization is scientific, it is pluralistic, it is multi-cultural, it is tolerant because it is global. However, terrorists do not want to live in that society. They would rather live in the year 1000 AD rather than in the next century.</em></p>
</blockquote>
<p>
	Scientific, pluralistic, multi-cultural, tolerant, global - das w&auml;ren Eigenschaften einer Typ-1-Zivilisation, die ich mir f&uuml;r unsere Welt w&uuml;nschen w&uuml;rde. Vielleicht schaffen wir es ja.</p>
<p>
	Und wenn nicht?</p>
<p>
	Dann, das sind die Gedanken, die Kaku in einem <a href="http://wimp.com/mankindsociety/">anderen Video zum selben Thema</a> (so &auml;hnlich zumindest) ge&auml;u&szlig;ert hat, dann werden irgendwann Vertreter einer au&szlig;erirdischen Zivilisation, die sich mittlerweile in Typ 2 oder 3 befinden, die Erde besuchen und eine zerst&ouml;rte Atmosph&auml;re, zerbombte Landschaften und verseuchte Meere vorfinden. Und sie werden sagen: "Schau her, die haben den &Uuml;bergang zu Typ 1 nicht geschafft."</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	*Update: Mein Bekannter schrieb mir eben, dass er damit nicht sagen will, dass er Kaku f&uuml;r einen schlechten Wissenschaftler h&auml;lt.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>02-February-2012 18:13:05</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Grandioser Technikjournalismus aus den 30er-Jahren]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/grandioser-technikjournalismus-aus-den-30er-jahren</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/grandioser-technikjournalismus-aus-den-30er-jahren</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Ein Youtube-Video, das die Funktionsweise eines Differentialgetriebes erkl&auml;rt, ist &uuml;ber zwei Millionen mal angeschaut worden. Kein Wunder. Es ist ein Paradebeispiel f&uuml;r: Technik einfach erkl&auml;rt.</p>

<p>
	Schwer zu glauben, dass sich so viele Menschen f&uuml;r die Funktionsweise eines Differentialgetriebes interessieren. Aber dass das Erkl&auml;rvideo "How Differential Gear works" &uuml;ber zwei Millionen Mal angeschaut wurde, liegt wohl weniger an der Thematik als vier mehr daran, dass das Video so gut gemacht ist. Und das in einer Zeit, in der der Begriff "Infotainment" wahrscheinlich noch nicht erfunden war.</p>
<p>
	Die Einf&uuml;hrung ist meines Erachtens etwas lang geraten - man kann bei <a href="http://youtu.be/K4JhruinbWc?t=2m30s">Minute 2:30</a> einsteigen, ohne etwas zu verpassen. Dann aber wird es gro&szlig;artig. Die weitere Lobesyhymne &uuml;berlasse ich einem Youtube-Nutzer, der den Kommentar mit den meisten Likes geschrieben hat:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>"Absolutely brilliant! This is called explaining, as opposed to dumping a ton of facts on the learner&#39;s mind. Notice how the narrator speaks slowly and&#65279; pauses just long enough for information to sink in, before moving on to the next concept. Notice also how the narration accompanies the visual aid, so they work in concert. Most educators today fail to explain because they assume that you already know what they know. This should be a course for educators!!!"</em></p>
</blockquote>
<p>
	Der Youtube-Kommentar hat schon einige Punkte erw&auml;hnt, die ein Erkl&auml;rvideo zu einem guten Erkl&auml;rvideo machen: Der Erz&auml;hler spricht langsam, macht Pausen, sodass der Zuschauer die Information verarbeiten kann. Auch nimmt der Sprecher immer Bezug zu dem, was gerade im Bild zu sehen ist.</p>
<p>
	Das Wichtigste aber: Es folgt ein Schritt nach dem anderen. Man h&auml;tte auch ein fertiges Differentialgetriebe zeigen und anhand von allerlei Pfeilen und Bewegungsanimationen die Funktionsweise erkl&auml;ren k&ouml;nnen. Das aber h&auml;tte den Zuschauer nicht dort abgeholt, wo er ist: Bei Wissen Null.</p>
<p>
	Zwischen Minute 3:45 und 6:00 geht es sehr langsam, es folgt ein kleiner Informationsschritt nach dem anderen - das ganze so abstrakt, dass klar wird, welche Kr&auml;fte hier wie wirken. Das Grundprinzip des Differentialgetriebes ist gut erkl&auml;rt worden. Dass damit aber noch nicht Schluss ist, sondern die Schritte in die praktitsche Umsetzung ebenfalls einzeln und langsam erkl&auml;rt werden, ist ein lobenswerter Bonus.</p>
<p>
	Das Video zeigt, wie man es richtig machen kann und nicht machen sollte: Zu schnell zum Ziel kommen. Geht der Zuschauer/-h&ouml;rer/Leser in einer Informationskette einmal verloren, ist alles verloren.</p>
<p>
	Und das beste: Das Video ist an keiner Stelle albern oder &uuml;berladen. Es beschr&auml;nkt sich auf das Wesentliche.</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="360" src="http://www.youtube.com/embed/K4JhruinbWc" width="480"></iframe></p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>20-January-2012 12:39:16</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Smartphones erzwingen neues Tarifsystem]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/smartphones-erzwingen-neues-taifsystem</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/smartphones-erzwingen-neues-taifsystem</guid>
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Die jetzt erschienene App "DB Tickets" verdeutlicht einmal mehr, dass der &ouml;ffentliche Nahverkehr in Deutschland ein neues Tarifsystem braucht.</p>

<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/Foto_4_180_270_s_c1.PNG" width="180" height="270" alt="" />
	</p>
<p>
	Die starke Verbreitung von Smartphones zwingen die Bahn und andere Verkehrsunternehmen praktisch zu einer radikalen Reform des Tarifsystems. Laut <a href="http://itunes.apple.com/de/app/db-tickets/id489496269?mt=8">Beschreibung der DB im App-Store</a> lauten die einzigen Einschr&auml;nkungen zwar</p>
<blockquote>
	<p>
		"Handy-Tickets k&ouml;nnen f&uuml;r die meisten DB Verbindungen ab 51km gebucht werden. Bitte beachten Sie, dass das &#39;City-Ticket&#39; nicht f&uuml;r das DB Handy-Ticket angeboten werden kann."</p>
</blockquote>
<p>
	Doch das ist nur die halbe Wahrheit (abgesehen davon, dass den Text nur die eingefleischteste Bahn-Kunden verstehen k&ouml;nnen). Dass es das City-Ticket &ndash; den kostenlosen Nahverkehr-Anschluss am Zielort f&uuml;r die treuen BahnCard-50-Kunden &ndash; auf dem Handy nicht gibt, ist aber eigentlich schon Grund genug, ins Nachdenken zu kommen. Warum macht man ausgerechnet diesen Kunden die Nutzung der <a href="http://www.bahn.de/p/view/buchung/mobil/dbtickets_app.shtml">App</a> madig?</p>
<p>
	Alles weitere schreibe ich aufgrund des sehr f&ouml;deralen Tarifsystems aus meiner Perspektive aus K&ouml;ln, Nordrhein-Westfalen. Hier gibt es etwas sehr fortschrittliches: einen gemeinsamen Tarif f&uuml;r Stadt- und Regionalverkehr. Die NRW-Tickets gelten von T&uuml;r zu T&uuml;r &ndash; f&uuml;r den Bus zum Bahnhof, den Zug quer durch NRW und die U-Bahn zum Ziel-Stadtteil. Klingt einfacher als es ist, denn leider verkaufen die st&auml;dtischen Verkehrsunternehmen (in K&ouml;ln die K&ouml;lner Verkehrsbetriebe KVB) die Tickets nicht, mit denen man ihre Bahnen benutzen k&ouml;nnte. Es muss schon ein Automat des Verkehrsverbunds oder der Bahn in der N&auml;he sein, um ein NRW-Ticket zu kaufen. <a href="http://www.ots-nrw.de/">Online geht&#39;s auch</a> &ndash; aber nur, wenn man einen Drucker hat. Weder die Smartphone-App der Bahn, noch die der Verkehrsverb&uuml;nde bieten NRW-Tickets an. In NRW kann man die neue Bahn-App daher nur f&uuml;r den Fernverkehr, also ICs und ICEs, gebrauchen.</p>
<p>
	<strong>So sehr die Apps die Nutzung des Nahverkehrs auch vereinfachen &ndash; immer wieder sto&szlig;en sie an die Grenzen des Tarifsystems. Dass man mehrere Apps braucht, um mit Handy-Tickets durchs Land zu fahren, ist symptomatisch.</strong></p>
<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/Foto_12_180_270_s_c1.PNG" width="180" height="270" alt="" />
	</p>
<p>
	Mit der App <a href="http://www.handyticket.de/index.html">Handy-Ticket Deutschland</a>, ein Gemeinschaftsprodukt mehrerer Verkehrsverb&uuml;nde, kann ich in K&ouml;ln und im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) Matrixcodes kaufen, die als Fahrschein gelten. Den Papierfahrschein einfach aufs Handy zu &uuml;bertragen funktioniert aber nur bedingt. So geh&ouml;rt es zu den Regeln f&uuml;r ein Einzelticket, dass es 90 Minuten lang g&uuml;ltig ist, Umwege, Rund- und R&uuml;ckfahrten aber nicht gestattet sind. Bei jedem Ticketkauf weist die App darauf hin. Was bei Papiertickets anhand des Aufdrucks oder des Entwerter-Stempels leicht nachpr&uuml;fbar ist, ist beim Handy-Ticket &uuml;berhaupt nicht nachvollziehbar. Kein Kontrolleur wei&szlig;, wo der Kunde das Ticket gekauft und seine Fahrt begonnen hat. Eine GPS-Verfolgung oder Handyortung wie bei <a href="http://www.bahn.de/p/view/buchung/mobil/touch_travel.shtml">Touch-and-Travel von der Bahn</a> findet nicht statt.</p>
<p>
	Vermutlich aus genau diesem Grund lassen sich Kurzstreckentickets gar nicht erst mit der App kaufen. Diese verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig g&uuml;nstigen Fahrkarten (1,80 Euro) sind f&uuml;r eine Entfernung von bis zu vier Stationen g&uuml;ltig. Wo der Kunde eingestiegen ist, ist also ganz entscheidend.</p>
<p>
	Bei Tagestickets hat der VRS wiederum ein Schlupfloch im Tarifsystem offen gelassen. So k&ouml;nnen Smartphone-Nutzer anders als Automaten-Kunden beispielsweise ein Tagesticket f&uuml;r Br&uuml;hl und Umgebung kaufen, obwohl sie sich in K&ouml;ln befinden. Sie haben damit einen g&uuml;ltigen Fahrschein f&uuml;r eine Hin- und R&uuml;ckfahrt &uuml;ber Br&uuml;hl nach Bonn und sparen so einige Euro.</p>
<p>
	Bestimmt gibt es einige weitere denkbare Missbrauchsgelegenheiten. Ich will hier niemanden dazu anstiften, sondern aufzeigen, warum das auf Papiertickets und Entwerteraufdrucke optimierte Tarifsystem nicht zum Smartphone-Zeitalter passt. Wenn man davon ausgeht, dass immer mehr Kunden ihre Fahrscheine lieber komfortabel am Smartphone statt an kompliziert zu bedienenden Automaten oder online mit Ausdruckpflicht kaufen wollen, m&uuml;ssen die Tarifsysteme unweigerlich angepasst werden. Es wird Zeit f&uuml;r Tarife, die gleichzeitig smartphonegerecht sind und die Nutzer und Kunden weder durch Einschr&auml;nkungen auf bestimmte Regionen oder Strecken, noch durch <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/18/0,3672,8364754,00.html">&Uuml;berwachung</a> g&auml;ngeln.</p>
<p>
	Vielleicht checken wir ja tats&auml;chlich in naher Zukunft einfach nur noch per Foursquare oder Facebook im Bahnhof oder im Zug ein, um ein g&uuml;ltiges Ticket zu erwerben. Auch L&ouml;sungen mit NFC-Funkchips im Handy zeichnen sich ab. Technische L&ouml;sungen f&uuml;r den bequemen Ticketkauf sind vorhanden. Die Revolution muss bei den Papier-Fahrscheinen und den mit ihnen etablierten Tarifsystemen erfolgen.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>12-January-2012 15:49:49</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[#OpBlitzkrieg und Nazi-Leaks: &#8220;Kein Respekt vor den Grundwerten&#8221; (Update)]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/opblitzkrieg-und-nazi-leaks-kein-respekt-vor-den-grundwerten</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/opblitzkrieg-und-nazi-leaks-kein-respekt-vor-den-grundwerten</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Die Aussteiger-Initiative EXIT h&auml;lt die Aktionen von Anonymous f&uuml;r das falsche Mittel im Kampf gegen Rechts.</p>

<p>
	In der <a href="http://wissen.dradio.de/anonymous-hacktivisten-gegen-nazis.33.de.html?dram:article_id=14296">Webschau bei DRadio Wissen</a> habe ich heute &uuml;ber die Aktionen von Anonymous gegen Nazis berichtet. Hier will ich das Thema fortf&uuml;hren. In der Sendung ging es auch darum, dass <a href="http://twitter.com/#!/search?q=%23OpBlitzkrieg">#OpBlitzkrieg</a> und <a href="http://nazi-leaks.net/">nazi-leaks.net</a> offenbar <a href="http://le-bohemien.net/2011/05/16/anonymous-intervie/">innerhalb von Anonymous umstritten</a> sind.</p>
<blockquote>
	<p>
		Diese Aktion ist aber selbst unter den Anons stark umstritten, weil damit die Meinungsfreiheit beschnitten bzw. Kommunikation verhindert wird. Deshalb sind politische Parteien auch kein Ziel von #opBlitzkrieg.</p>
</blockquote>
<p>
	So hie&szlig; es von Anonymous im Mai 2011 und heute werden NPD-Server angegriffen. Man kann also davon ausgehen, dass die Operation intern weiterhin umstritten ist. Aber wie sieht es au&szlig;erhalb von Anonymous aus?</p>
<p>
	Am provokativen Namen der Aktion wird nur wenig Kritik ge&auml;u&szlig;ert, <a href="http://twitter.com/#!/FreakkaerF/status/151796215527378944">etwa von @FreakkearF</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		Wie bl&ouml;d ist bitte die Idee, eine Antinazi-Aktion #OpBlitzkrieg zu nennen?</p>
</blockquote>
<p>
	Online-Medien kritisieren vor allem nazi-leaks.net: <a href="http://www.n-tv.de/politik/Anonymous-startet-Blitzkrieg-article5115861.html">Diverse</a> <a href="http://www.n24.de/news/newsitem_7560219.html">Medien</a> merken an, dass sie die Informationen dort nicht verifizieren konnten. Spiegel Online berichtet mit am umfassendsten und hebt vor allem hervor, dass Nazi-Leaks eine <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,806649,00.html">Pranger-Funktion</a> erf&uuml;llt.</p>
<p>
	Von Menschen, die wissen, wie man mit Rechten umgeht, habe ich bisher keine Stellungnahme finden k&ouml;nnen. Daher habe ich bei <a href="http://www.exit-deutschland.de/">EXIT-Deutschland</a> nachgefragt, einer Initiative, die Nazis beim Ausstieg aus der Szene hilft.</p>
<blockquote>
	<p>
		Die Aktivit&auml;ten sind rechtswidrig. Das ist nicht nur eine rechtliche Feststellung sondern hat auch mit dem Respekt vor den Grundwerten zu tun.</p>
</blockquote>
<p>
	sagt Bernd Wagner von EXIT. Noch dazu seien die Informationen von Nazi-Leaks nicht verwertbar. V&ouml;llig undokumentiert stehen sie im Netz, weder ihre Quelle, noch ihr Kontext ist ersichtlich. Das hat in den vergangenen Tagen bereits zu Verwirrung gef&uuml;hrt. Die Namensliste unter dem Titel "<a href="http://nazi-leaks.net/?p=349">Junge Freiheit</a>" wurde f&uuml;r eine Abonnentenliste der Zeitung gehalten, <a href="http://kaffeeringe.de/blog/medienkompetenz-leute.689.html">tats&auml;chlich</a> handelt es sich wohl um eine <a href="http://www.jungefreiheit.de/Autoren.52.0.html">Autorenliste</a>.</p>
<p>
	Ich frage mich au&szlig;erdem, wie Anonymous mit der Leaks-Seite Vertrauen bei Whistleblowern aufbauen will. Derzeit werden diese aufgefordert, sich per Mail oder Twitter zu melden. Wie die Informanten gesch&uuml;tzt werden, ist vollkommen offen. Nicht einmal einen &ouml;ffentlichen Schl&uuml;ssel f&uuml;r den Austausch verschl&uuml;sselter Mails konnte ich auf der Seite entdecken. Bei EXIT wei&szlig; man, wie man Aussteiger vor ihren ehemaligen Kameraden sch&uuml;tzt. Ob Anonymous auch einen Plan hat, um seine Whistleblower zu sch&uuml;tzen? Es entsteht der Verdacht, dass die DDOS-Angriffe nur eine PR-Aktion f&uuml;r ein halbherzig aufgesetztes Leaks-Blog sind.</p>
<p>
	<u><strong>Update 17:00 Uhr</strong></u></p>
<p>
	So langsam kommen <a href="http://twitter.com/#!/JSchoenbeck/status/153867601053880320">dann</a> <a href="http://twitter.com/#!/SailingCloud/status/153859716685103104">doch</a> <a href="http://twitter.com/#!/Spurenleserin/status/153848947914457089">kritische</a> <a href="http://twitter.com/#!/CA_rotwang/status/153864821002092544">Tweets</a> und <a href="http://www.forum-ddr-grenze.de/t7451f107-OpBlitzkrieg-Nazidaten-oeffentlich.html#msg180012">Texte</a>.</p>
<p>
	&nbsp;</p>
<p>
	<em>Disclaimer: Ich m&ouml;chte unter diesem Artikel nochmal gesondert darauf hinweisen, dass ich mir die Inhalte der verlinkten Seiten nicht zu eigen mache. Das sollte eigentlich schon daran zu erkennen sein, dass die Links zu Seiten der verschiedensten Lager f&uuml;hren. Sie haben dokumentarischen Wert und dienen Lesern zur eigenen vertiefenden Recherche.</em></p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>02-January-2012 15:48:44</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Es gibt keine Medienhetzjagd auf den Bundespräsidenten]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/es-gibt-keine-medienhetzjagd-auf-den-bundespraesidenten</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/es-gibt-keine-medienhetzjagd-auf-den-bundespraesidenten</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Medien und Blogger berichten &uuml;ber den Bundespr&auml;sidenten und seinen Kredit. Andere Medien und Blogger kritisieren sie daf&uuml;r. Zu unrecht.</p>

<p>
	Seit &uuml;ber die sogenannte Kredit-Aff&auml;re des Bundespr&auml;sidenten Christian Wulff berichtet wird, werden auch Stimmen laut, die den Medien Hetze vorwerfen: Sie w&uuml;rden "eine Sau durch&#39;s Dorf treiben".</p>
<p>
	Viel verlinkt und kommentiert wurde der <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1450">Artikel von Wolfgang Michal "&Uuml;ber die moralische Radikalisierung der &Ouml;ffentlichkeit"</a>. Darin sieht er einen "sichtbare[n] Trend zum moralischen Rigorismus&ldquo; sowie eine Konkurrenz der Leitmedien &bdquo;mit der &#39;Meute&#39; um die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche moralische Emp&ouml;rung&ldquo;.</p>
<p>
	Magda schreibt in der <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/magda/eine-andere-sau-durchs-dorf">Freitag-Community</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>&bdquo;Die Tatsache, dass Skandale, Fehlverhalten Vorteilsnahmen aufgedeckt wurden sagt nichts aus &uuml;ber das tats&auml;chliche Ausma&szlig; an skandal&ouml;sen Entscheidungen, Verhalten und Missachtung demokratischer Tugenden. Gar nichts.&ldquo;</em></p>
</blockquote>
<p>
	&Auml;hnlich sehen das ein Leser <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/die-naechste-sau-durch-das-dorf-treiben-bundespraesident-geraet-unter-druck-kommentar_4008070.html">hier</a>, ein H&ouml;rer <a href="http://wissen.dradio.de/bundespraesident-die-folgen-der-kreditaffaere.33.de.html?dram:article_id=14126#comments">hier</a> und ein Kommentator <a href="http://www.zeit.de/2011/52/Ruecktritte">hier</a>.</p>
<p>
	Das Hauptargument, das der Kritik zugrunde liegt, lautet: Es sind die Medien, die aus einem Vorgang eine Aff&auml;re machen, aus dem keine Aff&auml;re gemacht werden d&uuml;rfte. Es ist die Willk&uuml;r der Medien, die dar&uuml;ber entscheidet, welche Handlungen eines Politikers zur "Aff&auml;re" oder zum "Skandal" gemacht werden und welche nicht. Jan Fleischhauer hat in seiner Spiegel-Online-Kolumne "Der schwarze Kanal" <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,804548,00.html">davor gewarnt</a>, die Moral als Bewertungsma&szlig;stab anzuwenden, denn es g&auml;be keine objektiv g&uuml;ltigen Kriterien, Moral sei immer Willk&uuml;r.</p>
<p>
	Dieser Argumentation kann ich folgen. Doch ich sehe bei aller, oft berechtigten Medienkritik, einen Widerspruch:</p>
<p>
	Denn nicht nur die Kritik an Politikern ist willk&uuml;rlich &ndash; dem einen wird die Dienstwagenaff&auml;re verziehen, dem anderen nicht. Auch die jetzt h&auml;ufig hervorgebrachte Medienkritik ist willk&uuml;rlich. Denn wie will man objektiv entscheiden, wann eine Berichterstattung angemessen ist und wann nicht? Warum handeln die Medien im Fall zu Guttenberg richtig, wenn sie dar&uuml;ber berichten, dass er seine Doktorarbeit gr&ouml;&szlig;tenteils abgeschrieben hat, im Fall Wulff dagegen nicht, wenn sie dar&uuml;ber berichten, dass er eventuell Dienstliches und Privates nicht so sauber getrennt hat, wie man es von einem Ministerpr&auml;sidenten erwarten sollte?</p>
<p>
	Wann ist eine private Verfehlung sch&auml;dlich f&uuml;r das &ouml;ffentliche Amt, wann nicht? Es sind dies immer moralische Bewertungen, f&uuml;r die es keine allgemeing&uuml;ltigen Kriterien gibt, die man auf Einhaltung bzw. Versto&szlig; hin &uuml;berpr&uuml;fen k&ouml;nnte. Die Kritik, die Medien w&uuml;rden eine unberechtigte Hetzjagd auf Wulff f&uuml;hren, beinhaltet schon eine Bewertung der Handlungen des Bundespr&auml;sidenten &ndash; sie werden als irrelevant angesehen. Nun variiert das moralische Empfinden der Menschen, von daher ist es zul&auml;ssig, Wulffs Handlungen zu kritisieren. Und deshalb d&uuml;rfen sich auch die Medien kritisch &auml;u&szlig;ern.</p>
<p>
	Die Meinungen, die aktuell ge&auml;u&szlig;ert werden (s.o.), sollten daher nicht lauten "Die Medien veranstalten eine Hetzjagd", sondern: "Dem Bundespr&auml;sidenten ist nichts vorzuwerfen".</p>
<p>
	Die Debatte, die derzeit um Christian Wullf gef&uuml;hrt wird, sehe ich als normale Debatte darum an, welche Vorg&auml;nge wir in unserer Gesellschaft akzeptieren wollen und welche nicht. Dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung das anders sieht als die TAZ, ist auch keine &Uuml;berraschung.</p>
<p>
	Gut, dass die Meinungen auseinander gehen &ndash; und dass das Internet sie so leicht zug&auml;nglich macht wie nie zuvor.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>23-December-2011 14:19:36</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Schlag den Ökospießer]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/Schlag-den-Oekospiesser</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/Schlag-den-Oekospiesser</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Fernsehen dient ja auch zur Entspannung, manchmal bewirkt es aber auch das Gegenteil. Ein Beispiel.&nbsp;</p>

<p>
	Bin ich schon so schrecklich konditioniert auf die Schonung unserer Umwelt, dass ich nicht einmal mehr beim Fernsehprogramm mein &Ouml;kogewissen ausschalten kann? Es ist wohl so: Samstag Abend, irgendwann zwischen 21 und 22 Uhr, Pro7 &ndash; &bdquo;Schlag den Raab&ldquo;. Ich zappe gerade ins Programm, als Stefan Raab und sein Gegner Oliver <a href="http://www.prosieben.de/tv/schlag-den-raab/video/clip/250568-spiel-5-autos-umparken-1.3005189/">im f&uuml;nften Spiel des Abends Autos umparken m&uuml;ssen</a>.</p>
<p>
	Jeder muss zehn durchnummerierte Autos auf zehn durchnummerierte Parkpl&auml;tze stellen. Parkpl&auml;tze und Autos sind durcheinander, ein elfter Parkplatz dient als Zwischenparkstation. Das Spiel ist lustig, weil Raab schnell aus der Puste ist von der ewigen Hin-und-her-Rennerei zwischen den Autos/Parkpl&auml;tzen. Aber im Hinterkopf klopft das &Ouml;kogewissen schon: Muss das sein? Bei 20 Autos ungez&auml;hlte Male Motoren Anlassen, kurz Gas geben, abstellen &ndash; das ist doch nicht gut f&uuml;r die Umwelt. Fast eine Viertelstunde geht das so. H&auml;tte man nicht wenigstens Elektroautos nehmen k&ouml;nnen? Naja, dachte ich mir noch, als das Spiel vorbei war, es gibt sinnlosere Fahrereien: <a href="http://tvtotal.prosieben.de/tvtotal/specials/stockcar2011/">Die gro&szlig;e TV Total Stock Car Crash Challenge</a> etwa oder die <a href="http://tvtotal.prosieben.de/tvtotal/specials/autoball2010/">Autoball-Weltmeisterschaft</a>. Kinder, Tiere und Autos sind halt die St&uuml;tzen im deutschen Unterhaltungsfernsehen.&nbsp;</p>
<p>
	Und dann kam schon das n&auml;chste Spiel, <a href="http://www.prosieben.de/tv/schlag-den-raab/video/clip/250571-spiel-6-baeume-faellen-1.3005199/">Spiel Nummer 6</a>: Raab und Oliver sollten B&auml;ume f&auml;llen. Das ist nur folgerichtig: Erst wird das CO2 aus den Ausp&uuml;ffen geblasen und dann werden von jedem Kandidaten auch noch sinnlos zehn Nadelb&auml;ume mit der Axt umgehackt, die das Treibhausgas h&auml;tten verwerten k&ouml;nnen. Ich wei&szlig; nicht, ob es au&szlig;er mir noch jemandem so ging &ndash; aber ich fand das so offensichtlich zynisch und frech, dass ich fast nicht an einen unbewussten Versto&szlig; der Redaktion gegen die Gebote der umweltpolitischen Korrektheit glauben kann. Vielleicht bin ich aber auch nur humorlos oder eben ein &Ouml;kospie&szlig;er. Kandidat Oliver hat an dem Abend &uuml;brigens kein Spiel gewonnen und 0:66 gegen Raab verloren. Das fand ich dann wieder lustig. Applaus!</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>23-December-2011 12:32:41</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[iTunes Match: Der Irrglaube von der Legalisierung]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/itunes-match-der-irrglaube-von-der-legalisierung</link>
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	<description>	
	<![CDATA[<p>
	iTunes Match gleicht seit heute auch deutsche Musiksammlungen mit Apple Servern ab. Legal wird eine zusammengesharte Musiksammlung dadurch nicht.</p>

<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/screenshotExpress_320_101_s_c1.png" width="320" height="101" alt="" />
	</p>
<p>
	Viele haben sehns&uuml;chtig auf iTunes Match gewartet, weil sie sich davon eine Legalisierung ihrer illegal zusammengetragenen Sammlung versprechen. Doch das bleibt ein Traum. Wie schreibt Apple so sch&ouml;n:</p>
<blockquote>
	<p>
		Sie erkl&auml;ren sich hiermit einverstanden, iTunes Match nur f&uuml;r rechtm&auml;&szlig;ig erworbene Inhalte zu gebrauchen. Jeglicher Gebrauch f&uuml;r unrechtm&auml;&szlig;ige Inhalte verletzt die Rechte anderer und kann Sie zivilrechtlichen und strafrechtlichen Strafen aussetzen, einschlie&szlig;lich m&ouml;glichen Schadensersatzanspr&uuml;chen bei Urheberrechtsverletzungen.</p>
</blockquote>
<p>
	So steht es in den <a href="http://www.apple.com/legal/itunes/de/terms.html#SALE">Bedingungen des iTunes Store</a>, &uuml;ber den der Kauf des Abos abgewickelt wird. Jeder iTunes-Match-Kunde hat diesen Bedingungen zugestimmt.</p>
<p>
	Deutlicher als die Apple-Juristen hat <a href="http://www.medien-gerecht.de/2011/06/08/itunes-match-keine-legalisierung-von-raubkopien/">das Blog medien-gerecht</a> auf die nicht stattfindende Legalisierung hingewiesen. Dort wird &uuml;ber die Nutzungsrechte argumentiert, die man an einem Song hat &ndash; oder auch nicht.</p>
<blockquote>
	<p>
		Diese hat der Nutzer beim urspr&uuml;nglichen Kauf vom Urheber bzw. Rechteinhaber bekommen. In Deutschland darf der Nutzer im privaten Gebrauch die Musikst&uuml;cke dann auch auf Grundlage der Privatkopie nach &sect; 53 UrhG kopieren und so neben dem Silberling auch auf dem PC, dem iPhone oder dem iPad h&ouml;ren. Ein neues Nutzungsrecht ist Nutzerseitig also nicht n&ouml;tig. Aus diesem Grund findet auch durch iTunes Match keine &ldquo;Legalisierung&rdquo; statt. Raubkopien bleiben auch mit iTunes Match Raubkopien. Raubkopien, die Apple mit iTunes Match an eine identifizierbare Apple-ID verbindet (Ein Schelm, wer B&ouml;ses dabei denkt.).</p>
</blockquote>
<p>
	Dieser Eintrag ist vom Juni 2011. Trotzdem wird auch heute an <a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/12/anleitung-itunes-match/">prominenten</a> ("Fr&uuml;here Missetaten werden durch die Jahresgeb&uuml;hr &#39;ges&uuml;hnt&#39; &ndash; sprich: legalisiert.") und <a href="http://www.express.de/digital/-itunes-match--musik-ab-in-die-wolke---ploetzlich-ist-alles-legal,2492,11317422.html">prominentesten</a> ("pl&ouml;tzlich ist alles legal") Stellen verk&uuml;ndet, iTunes Match legalisiere bis dato Illegales.</p>
<p>
	(Werbeblock: Mein <a href="http://wissen.dradio.de/cloud-computing-kampf-um-die-lufthoheit.33.de.html?dram:article_id=13523">DRadio-Wissen-Beitrag</a> &uuml;ber iTunes Match und dessen Konkurrenten)</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>16-December-2011 17:32:11</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Was rettet die Wissenswerte – Geld oder Kreativität?]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/quo-vadis-wissenswerte</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/quo-vadis-wissenswerte</guid>
	
	
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Das wichtigste Thema dieser Konferenz war die Konferenz selbst: War das die letzte WissensWerte?</p>

<p>
	Die <a href="http://www.initiative-wissenschaftsjournalismus.de/">Initiative Wissenschaftsjournalismus</a>, in der die <a href="http://www2.wissenswerte-bremen.de/">WissensWerte</a> geboren und zum gr&ouml;&szlig;ten deutschen Fachjournalisten-Kongress aufgebaut wurde, wird wie geplant von den bisherigen Financiers nicht weiter unterst&uuml;tzt. Das Projekt endet am 31. M&auml;rz und derzeit ist nicht in Sicht, wie eine Fortf&uuml;hrung der einzelnen Module finanziert werden k&ouml;nnte. Damit ist auch die Zukunft der WissensWerte fraglich.</p>
<p>
	In den vielen Diskussionen, die ich auf der WissensWerte (21.-23.11.2011) wahrgenommen und an denen ich teilgenommen habe, tauchte zuallererst immer die Frage nach dem Geld auf. Das ist es, was fehlt. Auch bei der lobenswerten <a href="http://www.pro-wissenswerte.de/">Initiative Pro WissensWerte</a> habe ich den Eindruck, dass es vor allem ums Geld geht.</p>
<blockquote>
	<p>
		Unterschreiben Sie (...) &ndash; als Ansporn, damit sich auch k&uuml;nftig Sponsoren und neue (alte?) Organisatoren finden, die sich mit Herzblut f&uuml;r dieses Projekt einsetzen.</p>
</blockquote>
<p>
	Die Unterst&uuml;tzer sind zwar auch aufgefordert, <a href="http://www.pro-wissenswerte.de/stimmen-fur-die-wissenswerte/#comments">Kommentare</a> abzugeben - aber nur dazu, <em>warum</em> die WissensWerte fortbestehen sollte, nicht <em>wie</em>. Selten nur wird dar&uuml;ber nachgedacht, das ohne Frage erfolgreiche Konzept der WissensWerte zu &uuml;berdenken. Wie kann man einen solchen Branchentreff so umorganisieren, dass er seinen Wert f&uuml;r die Besucher m&ouml;glichst beh&auml;lt, aber im organisatorischen Aufwand eingedampft und damit g&uuml;nstiger wird?</p>
<p>
	Leider wurde in diesem Jahr die Chance verpasst, die Teilnehmer zu fragen, wie sie sich die Zukunft des Kongresses vorstellen. In der Teilnehmerbefragung wurde nur gefragt, welche Themen im n&auml;chsten Jahr auf dem Programm stehen sollten - ganz als w&auml;re es vollkommen klar, dass es eine WissensWerte 2012 geben wird. Die Ergebnisse der vergangenen Teilnehmerbefragungen machten klar, was eigentlich der Wert der Wissenswerte ist: Treffen und Kennenlernen von und Austausch mit Kollegen steht immer ganz oben bei den Gr&uuml;nden f&uuml;r einen Besuch in Bremen (wie ich vernommen habe, es ist leider kein Dokument dazu zu finden). Muss sich ein solches Kennenlern- und Austauschtreffen nicht effizienter organisieren lassen?</p>
<p>
	
	<img src="/images/made/images/remote/http_2011.viermann.info/images/uploads/images/barcamp_320_240_s_c1.jpg" width="320" height="240" alt="" />
	</p>
<p>
	Wie man Kongresse mit geringen Mitteln organisiert, hat die Web-2.0-Community gezeigt. Dort entstand das Konzept der <a href="http://www.franztoo.de/?p=113">Barcamps</a>, so genannter Unkonferenzen. Die Vorab-Organisation beschr&auml;nkt sich dabei im Wesentlichen auf R&auml;umlichkeiten, Sponsoren und Essen sowie den Anmeldeprozess. Das Programm gestalten die Teilnehmer selbst, jeder ist angehalten, etwas beizusteuern: In einem Wiki tauschen sie vor der Konferenz m&ouml;gliche Themen aus. Zu Beginn des ersten Konferenztags stellt jeder das Thema seiner Session kurz vor und schreibt es in ein freies Feld des Stunden- und Raumplans.</p>
<p>
	Nun wird an der WissensWerte vielfach auch das Programm-Komitee gelobt. Diese sinnvolle Einrichtung hat ihre Berechtigung und garantiert f&uuml;r eine gute Themenauswahl. Die Offenheit eines Barcamps w&auml;re aber vielleicht eine gute Erg&auml;nzung. Beim DJV und beim SWR gibt es bereits gute Erfahrungen mit &bdquo;geplanten Barcamps&ldquo;. Auch das Journalisten-Netzwerk Jonet hat ein mehr als sonst &uuml;blich vorgeplantes <a href="http://www.jonet.org/wiki/index.php?title=Jonet-Tag_2007">Journalisten-Barcamp</a> organisiert.</p>
<p>
	Vollkommen unsortiert und unreflektiert m&ouml;chte ich ein paar Vorschl&auml;ge auflisten, die ich teilweise aufgeschnappt, teilweise selbst ergr&uuml;belt habe, und die die WissensWerte retten k&ouml;nnten:</p>
<ul>
	<li>
		R&auml;umlichkeiten<br />
		Hochschulen und Forschungszentren w&uuml;rden sich bestimmt &uuml;ber den Besuch von 500 Wissenschaftsjournalisten freuen und R&auml;ume zur Verf&uuml;gung stellen</li>
	<li>
		Workshop-Programm<br />
		In der <a href="http://wpk.org">WPK</a> wird die Idee einer WPK-Jahrestagung diskutiert. Hei&szlig;t: WPK-Workshops statt &uuml;bers Jahr verteilt auf eine Jahrestagung konzentriert.</li>
	<li>
		Konferenz-Programm<br />
		Weniger Organisation ist mehr? Wer ein Thema hat, kann dies auch kurzfristig auf die Agenda setzen.</li>
	<li>
		Organisation<br />
		Wissenswerte und <a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/de/wissenschaftskommunikation/forum.html">Forum Wissenschaftskommunikation</a> haben eine gro&szlig;e Schnittmenge. Durch die Organisation einer gemeinsamen Konferenz lie&szlig;e sich viel Aufwand sparen. Einigen Blogposts zufolge gibt es beim Forum auch <a href="http://weltamsonnabend.wordpress.com/2011/12/11/zwischen-allen-stuhlen/">Ver&auml;nderungsbedarf</a>. Die unabh&auml;ngige journalistische Programmplanung der WissensWerte muss dabei erhalten bleiben.</li>
	<li>
		Eigeninitiative<br />
		Der gro&szlig;e Haken am Barcamp-Konzept: Es erfordert mehr Engagement der Teilnehmer. Aber ist das zuviel verlangt, wenn ihnen die Veranstaltung so wichtig ist? Dann muss man doch mehr verlangen k&ouml;nnen als eine (nochmal: lobenswerte) <a href="http://www.pro-wissenswerte.de/unterschriften">Unterschrift bei Pro WissensWerte</a>. Die drei Macher dieser Initiative, Nicola Kuhrt, Cornelia Reichert und Cinthia Brise&ntilde;o,&nbsp;haben ihre Eigeninitiative bewiesen, kann man sie nicht auch von den &uuml;brigen WissensWerte-Fans erwarten?</li>
</ul>
<p>
	Und dann argumentiere ich doch noch mal &uuml;ber das Thema Geld: Es muss doch m&ouml;glich sein, eine Konferenz, f&uuml;r die sich mehr als 500 Menschen bis zu drei Tage frei nehmen und zum Gro&szlig;teil auch &uuml;ber 100 Euro bezahlen, am Leben zu halten!</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>15-December-2011 14:13:41</dc:date>
	
</item>

<item>

	<title><![CDATA[Smartphones für eine bessere Welt]]></title>
	<link>http://viermann.info/blog/artikel/smartphones-fuer-eine-bessere-welt</link>
	<guid isPermaLink="true">http://viermann.info/blog/artikel/smartphones-fuer-eine-bessere-welt</guid>
	
	
	
	<description>	
	<![CDATA[<p>
	Wer das Wachstumsprinzip, die Schnelligkeit und die Unfairness der kapitalistischen Marktwirtschaft nicht mag, muss Smartphones hassen. Sie werden unter katastrophalen Arbeitsbedingungen produziert und sorgen daf&uuml;r, dass sich Menschen durch st&auml;ndige Updates ablenken und den Blick f&uuml;r das wirklich Wichtige verlieren. Aber doch k&ouml;nnen Smartphones so n&uuml;tzlich sein f&uuml;r die Welt.</p>

<p>
	In der gedruckten ZEIT vom 8. Dezember ist ein lesenswerter Artikel &uuml;ber Menschen erschienen (<a href="http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf/komplettansicht">hier online</a>), die versuchen, sich aus dem kapitalistischen Immer-Mehr-Wirtschaftskreislauf zu befreien.</p>
<p>
	Kurz: Es gibt Gemeinschaften in den verschiedensten Konstellationen, die sich auf verschiedensten Wegen zusammenfinden und im Kleinen ein System zu etablieren versuchen, das einigen als nicht ver&auml;nderbar geltenden Umst&auml;nden der freien Marktwirtschaft widerstrebt. Wie gesagt: Lesenswert.</p>
<p>
	Eingehen m&ouml;chte ich weniger auf diesen Artikel als vielmehr auf zwei Kommentare von Zeit-Online-Lesern. <a href="http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf/komplettansicht?commentstart=1#cid-1746564">Der User &bdquo;MaxData&ldquo; schreibt</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>&bdquo;bei uns an der uni im asta schimpfen auch alle gegen den kapitalismus und den konsum, viele kaufen sich aber iphones f&uuml;r &uuml;ber 600 euro. naja ich hols mir auch n&auml;chste woche ^^&ldquo;</em></p>
</blockquote>
<p>
	<a href="http://www.zeit.de/2011/50/Kapitalismus-Wirtschaftskreislauf/komplettansicht?commentstart=1#cid-1746574">Darauf antwortet &bdquo;cagy&ldquo;</a>:</p>
<blockquote>
	<p>
		<em>"&#39;Buhbuh&#39; aus der einen Ecke, aber dann doch bitte was neue, funkelndes in den H&auml;nden - man ist ja schon immerhin Student...die alternative Elite. So kommt mir es vor. Ich kriege regelm&auml;&szlig;ig W&uuml;rgekomplexe, wenn ich durch die Uni laufe und anstatt in Gesichter nur Stirnpartien zu sehen bekomme, die das Licht des Handydisplays reflektieren. Und mit "Handy" tritt man denen auch noch auf den Schlips - es sei ja schlie&szlig;lich ein Smartphone und die Zeit solle man sich doch bitte nehmen. Genug von diesem Ph&auml;nomen."</em></p>
</blockquote>
<p>
	Ja, auch ich finde Smartphones eigentlich gr&auml;sslich. Sie sind meines Erachtens ein Ausdruck der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit, in der man immer und &uuml;berall online sein muss, um in sozialen Netzwerken die neuesten News zu posten und seine Mails und Konto- und Depotums&auml;tze dauerhaft verwalten zu k&ouml;nnen. Sie sind Ablenkung von den wirklich wichtigen Themen. Lieber mit dem Smartphone rumspielen und zum zehnten Mal am Tag pr&uuml;fen, ob sich irgendetwas ge&auml;ndert hat, anstatt einfach mal still zu sitzen und &uuml;ber sein Leben nachzudenken.</p>
<p>
	Smartphones verhindern den Blick aufs Gro&szlig;e Ganze. Smartphones sind schrecklich. Einerseits.</p>
<p>
	Andererseits sind sie, richtig eingesetzt, furchtbar n&uuml;tzlich:</p>
<p>
	Smartphones schonen die Ressourcen auf der Erde.<br />
	Smartphones machen den Verbraucher m&uuml;ndig.<br />
	Smartphones machen die Welt besser.</p>
<ul>
	<li>
		Die Apps von <a href="http://www.mitfahrgelegenheit.de">Mitfahrgelegenheit.de</a> und <a href="https://www.flinc.org/">Flinc</a> und <a href="http://www.car2gether.com/">Car2gether</a> bringen Menschen zusammen, die gemeinsam von A nach B fahren.</li>
	<li>
		Die Apps der Bahn und verschiedener lokaler Verkehrsbetriebe zum Nachschlagen der Verbindungen und zum bequemen Kaufen von Tickets macht die Nutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel attraktiv und einfach.</li>
	<li>
		Die Apps der Car- und Bike-Sharing-Anbieter erm&ouml;glichen das einfache und kurzfristige Mieten von Autos und Fahrr&auml;dern. Das alles schont die Umwelt und verhindert wahrscheinlich sogar den ein oder anderen Autokauf.</li>
	<li>
		Die Apps sozialer Netzwerke wie Facebook, Google+ (sowie leider nie sonderlich erfolgreich gewordener, speziell daf&uuml;r konstruierter Netzwerke wie <a href="http://netzwertig.com/2010/03/12/frents-berliner-startup-launcht-social-network-fuer-sachen/">Frents</a>) erm&ouml;glichen das (Ver-)Leihen von Gegenst&auml;nden/Konsumg&uuml;tern. =&gt; &bdquo;Kann mir jemand f&uuml;r morgen seine Bohrmaschine leihen?&ldquo;</li>
	<li>
		Die App von <a href="http://www.codecheck.info">codecheck.info</a> liefert dem Verbraucher mehr Informationen &uuml;ber ein Produkt als er auf der Verpackung im Supermarkt findet.</li>
	<li>
		Die Greenpeace-Fischf&uuml;hrer-App zeigt an, welche Fischarten besonders gef&auml;hrdet sind und welche (noch) bedenkenlos gegessen werden k&ouml;nnen.</li>
	<li>
		Die <a href="http://eco-challenge.eu/">EcoChallenge</a>-App unterst&uuml;tzt den Versuch eines komplett nachhaltigen Lebensstils in Form eines Wettbewerbs.</li>
	<li>
		Die <a href="http://www.seasonsapp.com/de/">Erntefrisch</a>-App zeigt an, wann wo welches Gem&uuml;se gerade Saison hat.</li>
</ul>
<p>
	Die meisten dieser Funktionen sind nat&uuml;rlich auch ohne Smartphone, an einem lokalen PC nutzbar. Doch vieles ist unterwegs sehr viel n&uuml;tzlicher als zu Hause oder im B&uuml;ro.</p>
<p>
	Auch ich habe inzwischen ein (gebrauchtes) Smartphone und viele dieser Apps installiert. Ich finde sie sehr praktisch, und ich glaube, dass sie mich im Versuch unterst&uuml;tzen, m&ouml;glichst umweltschonend und fair zu leben. Meine E-Mails und Kontost&auml;nde rufe ich mit meinem Smartphone nicht ab. Ich brauche auch mal Pause.</p>
]]>
	</description>
	<dc:subject></dc:subject>
	<dc:date>14-December-2011 18:42:34</dc:date>
	
</item>

    
</channel>
</rss>
